Story AM 27.09.2010  | comments

Das Flip-Team in Münster

Münster flippt aus! Was sich wie ein zweitklassiger Kalauer liest, entsprach an einem sonnigen Donnerstag tatsächlich der Wahrheit. Denn wo manche Amiteams Deutschland gar komplett übergehen (aus welchen Gründen auch immer), machte das Flip-Team einen Abstecher ins Münsterland. Von Kopenhagen über Berlin und danach nach Barcelona, sah der Plan vor, vorher noch einen ganztätigen Stopp in Münster zu machen und zu allererst für eine Autogrammstunde im TITUS-RollSport aufzuschlagen.

Als Willow, Curren Caples, David Gonzalez, Luan de Oliveira, Louie Lopez, Andrew Langi inklusive Flip-Mitinhaber Ian Deacon und Fotograf und Reisebegleitung Thomas Gentsch dann gegen 15 Uhr im RollSport aufliefen, war der Laden zwar mittlerweile sauerstoffarm, dafür aber gut gefüllt – mit Menschen jeglichen Alters. Nachdem dann Decks, T-Shirts, Arme und weitere Dinge alle mit Edding unterschrieben worden waren, begab sich das Team im „das Sprinter“ zum Gievenbecker Skatepark, um dort eine Demo zu fahren.

Nun hat Flip ja mit Rowley, TX, Mountain und Penny (der übrigens auf Grund einer Verletzung nicht mit nach Deutschland gekommen war) noch einige Bignames auf der Gehaltsliste, aber auch ein Rowley hätte wohl kaum einen wärmeren und herzlicheren Empfang bekommen als die sympathischen Jungs um David Gonzalez und Louie Lopez. So wurde die eher jüngere Flip-Generation vom zahlreich erschienenen Publikum enthusiastisch begrüßt, was wiederum mit einer mehr als drei Stunden dauernden Demo (bei mehr als 30 °C) gedankt wurde. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie die Jungs sich sofort des Parks und seiner Gegebenheiten annahmen, sich alle Stufensets, Ledges, Pyramiden und Transitions vorknöpften und ihnen direkt ihren Stempel aufdrückten. Eine Trickliste aufzuführen, wäre Quatsch, zumal der geneigte Fan von bösen Fliptricks auch ein Auge auf Episode 81 von „Brettkollegen“ werfen kann und abgesehen davon sagen die Fotos auf diesen Seiten ohnehin mehr als tausend Worte. Aber ein spaßig gemeinter Kommentar von Demo-Moderator Kerem dürfte die ganze Sache wohl perfekt beschreiben: „Kann denen mal jemand die Beine brechen? Bei den ganzen Tricks komm ich ja gar nicht mehr hinterher!“
Definitiv zufrieden zeigten sich dann auch die Jungs, die nicht nur den Park als einen der besten in Deutschland lobten, auch das Drumherum gefiel ihnen sehr. Was bei strahlendem Sonnenschein und zig begeisterten Zuschauern natürlich auch ziemlich klar sein dürfte.

Die Motivation war somit hoch und es passierte viel auf dem Parcours. Geil auch, wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter bei 15, 16 Jahren lag und sogar noch zwei „Moms“ zwecks Aufsichtspflicht mitkommen mussten! Das Alter unterstreicht dann aber erneut das Ausnahmetalent und zeigt, dass die Altersgrenze des Pro-werdens in den USA weiter sinkt. Dafür rocken die Kids dann aber auch wie blöd. Und solange der Spaß nicht zu kurz kommt, ist ja auch alles gut. Und die strahlenden Gesichtern zeigten definitiv, dass die Sache Spaß machte!

Eine mehr als anständige Session auf Münsters Betonspielwiese neigte sich dann dem Ende entgegen und der Tag wurde bei einem kleinen, feinen BBQ und ein paar Erfrischungen in flüssiger Form beendet. Das Team fuhr dann zu später Abendstunde zurück ins Hotel und wir resümierten noch einmal diesen Tag. Fazit: Groß!

Text: Amadeus Thüner
Fotos: Ludger Aundrup