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Quiksilver x Tony Hawk Show x Paris

Acht Personen, drei Tage Paris, 26 Stunden im Van, Quiksilver Tony Hawk Show im Grand Palais, Dekadenz pur, Eiffelturm, Champs-Élysées, Chad Muska Promodel Sneaker-Release, Skateboardsessions vorm Hotel – das waren die Eckpunkte eines unterhaltsamen und vor allen Dingen pure Skateboardatmosphäre atmenden Trips in die französische Hauptstadt.

Anlass war die große Tony Hawk Show, welche als eine Art Geburtstagsparty zum 40 jährigen Bestehen von Quiksilver diente. Paris was the place to be am 20. und 21. November und so ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, einen Trip nach Frankreich zu starten, um dort nicht nur Hawk, sondern auch solch illustre Gäste wie Andy Macdonald, Sandro Dias, Kevin Staab, Jean Postec, Jesse Fritsch, Sergie Ventura, Lyn-Z Adams Hawkins und noch viele andere zu treffen. Und ein kurzes „Hallo“ bei Chad Muska’s Sneaker-Release stand ja auch noch auf dem Zettel.
Aber erst einmal hieß es:

Der Wecker klingelt um 4:00 Uhr

Genau meine Zeit um mich aus dem Bett zu bewegen und der dunklen Nacht mit Reisetasche bepackt entgegen zu treten. Nicht! Selbst der Bäcker meines Vertrauens hatte noch keine Lust auf Kunden und so blieb mir nicht viel anderes übrig, als mich mit leerem Magen zum Skaters Palace zu bewegen und auf den Van zu warten. Kurze Zeit später trafen dann Christian und Karsten von U-Travel ein, mit denen wir die gemeinsame Reise nach Paris antreten sollten. Noch kurz unseren Brettkollegen-Filmer Schnee eingesammelt und dann ging es auch schon auf die Bahn. Jetzt wird sich der geneigte nach-Paris-Fahrer wundern, warum wir denn sumasumarum 13 Stunden pro Weg gebraucht haben. Schließlich ist Paris ja gar nicht so weit weg. Hier die Erklärung: U-Travel nahm nicht nur netterweise uns mit, sondern auch vier Jungs und Mädels, die beim U-Travel Gewinnspiel gewonnen hatten. Hieß also: Münster – Borken – Düsseldorf – Koblenz – Trier – Paris. Wat okay war.
Denn die Konstellation der Damen und Herren erwies sich als äußerst angenehm und witzig und so konnte man (plus iPod) die Fahrt gut hinter sich bringen. Aber wenn man nicht selbst fahren muss, ist so etwas ja meist relaxt zu managen. Wobei der Pariser Stadtverkehr auch den gechilltesten Mitfahrer zum Ausrasten bringen kann. Wie plötzlich aus zwei, vier Spuren werden können, ohne dass sich aber die Breite der Fahrbahn ändert, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Franzosen eben.
Nach 13 Stunden Fahrt erreichten wir dann endlich unser Hotel, fuhren uns typisch französisches Essen rein (Hamburger, Fritten und Coke) und ließen den Abend bei einer entspannten Skateboardsession auf dem Platz vor unserem Hotel ausklingen. Außer Schnee und TITUS Bocholt Shopfahrer Benien, die es dann doch lieber vorzogen, bis halb 7 die Pariser Clubszene auszuchecken. Inklusive auf dem Boden vor dem Hotelbett schlafen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte...

24 Stunden reichen nicht

So zumindest das Fazit vom Samstag. Warum? Darum: Erst einmal ging es für Filmer Schnee und mich zum berühmten Pariser Fashionstore Colette, wo Mister Chad Muska den ersten Tourstopp seiner Sneaker-Release Reise einlegen sollte, damit Fans und Freunde sich eines der 36 für jeden Stopp vorgesehenen neuen Supra Skytop II Prosneaker Modelle des Skateboarders ranholen konnten. Inklusive Autogrammstunde versteht sich. War auf jeden Fall gut was los dort und Muska war mehr als entspannt und relaxt, was man ja auch in unserem kleinen Interview bei Brettkollegen (#65) sehen konnte. Und das mit „bad hangover“ wie Muska selbst verriet. Dennoch n guter Typ. Sneaker und Interview also eingetütet ging es via Taxi (schon mal jemand versucht, ein Taxi in Paris zu bekommen?!) weiter zum Eiffelturm, wo wir uns mit den Sightseeing-süchtigen Kollegen unseres Roadtrips trafen. Kurzes Abgehänge am 324 Meter hohen Pariser Wahrzeichen, welches in den Jahren 1887 bis 1889 anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der französischen Revolution von Gustave Eiffel erbaut wurde (kleiner Exkurs hier, um mein Wikipediawissen zu präsentieren). Danach bewegten wir uns dann natürlich noch einmal die Champs Élysée rauf und runter, nur um zu sehen, dass die Autogrammstunde von Hawk im Quiksilverstore gut und gerne eine halbe Kilometer lange Schlange nach sich zog, dass der Versuch beim dortigen McDonalds was zu Essen zu bekommen ungefähr eine halbe Stunde Wartezeit impliziert und dass man Skateboarder im Louis Vuitton Store ganz genau im Auge behält.

Dann war es Zeit für die große Tony Hawk Show im Grand Palais, einer alterwürdigen Location in der Nähe des Louvre. Und ich sag mal so: Dekadenz pur! Nicht nur das alle big names vertreten waren, um die größte Halfpipe in Europa zu rocken, sondern gerade das sonstige Aufgebot war überwältigend. Hors d’oeuvre reichende, nur mit einem Gürtel ähnlichen Rock bekleidete Mädels, Flaschen durch die Luft wirbelnde Barkeeper, und wirklich nur Prominenz im Backstage. Da war irgendwie jeder „fame“. Sandro Dias, Kevin Staab, Sam Bosworth, Dave Duncan, Kai „nur die Liebe zählt“ Pflaume, Ed Banger’s Busy P, um nur ein paar Namen zu nennen. Dazu dann ein Aufgebot aller Namen die Quiksilver im Straßen-, Schnee- und Wassersport so zu ihrem Roster zählen und exzellent aufgelegte Fahrer. Tony Hawk mit 900 oder Lyn-Z Adams Hawkins mit dem ersten McTwist einer Frau, anyone? Andy Mac mit back-to-back-to-back-to-back 540’s? Zu dritt die Halfpipe auseinander nehmen? Siehste. Hier trafen sich Promihochzeit, Musik und feinstes Skateboarding, um den mehr als 5.500 Zuschauern eine atemberaubende Show zu bieten. Groß war gar kein Ausdruck dafür.

Am Ende waren wir alle ziemlich gestoked von dem, was Quiksilver da auf die Beine gestellt hatte und verließen die Location nachts Richtung Hotel, um bei ein paar Kaltgetränken den wunderbaren Tag ausklingen zu lassen.

On our way back home

Der frühe Vogel kennt kein Schmerz und so saßen wir am Sonntag bereits um 10:00 Uhr wieder im Van, um den Weg gen Heimat anzutreten. Gut dabei die französischen Radiosender, die anscheinend nur Lady Gaga, die Black Eyed Peas und David Guetta kennen und so gab es ungefähr jede halbe Stunde einen Van internen Rave, inklusive Gesangseinlage von U-Travel’s Karsten.

Nachdem man dann in Köln Kilometerlangen Staus und Monsunähnlichen Regenfällen entgangen war, war Münster zum Greifen nah. Karsten also den Van noch eben schnell auf 170 km/h beschleunigt und schon waren wir wieder daheim.

72 Stunden on the road bedeuteten nicht nur ein überaus schönes Wochenende, sondern auch einen wirklich nötigen Schlaf. Kaltgetränk und die für Sonntage obligatorische Pizza später, hieß es dann Matratzenhorchdienst, während im Kopf noch all die schönen Momente des Wochenendes herum geisterten. War mehr als gut!

Fotos: Quiksilver, Marius Pierenkemper