Story AM 20.11.2012 von  Michael | comments

Robin Mentrup - Fs Air

Skateinavia Tour 2012

“The same procedure as every year?” Nicht ganz! Obwohl die Bowlratten Robin Mentrup, Julius Dittmann, 
Björn Klotz, Christian Krause und Max Ritter letztes Jahr ebenfalls in Skandinavien auf Tour waren. Allerdings sind Ratten bekanntlich äußerst intelligente Tiere, die nicht nur schnell lernen, sondern auch stets versuchen, neue Herausforderungen geschickt zu meistern. So wurde die Route für dieses Jahr mit Hilfe der gesammelten Erfahrungen optimiert, um jede Menge neuer Spots zu bearbeiten.

Julius Dittmann - Fs Smithgrind

Neu an Bord waren in diesem Jahr übrigens auch Thorsten Ballhause, gefolgt von Julius Krappe als Filmer und Alexandre Pires als Fotograf. Start der Fahrt in das Ungewisse, war wieder einmal die schöne Hansestadt Hamburg, wo sich alle am Bowl in der Frucht-Allee zusammenfanden, um das „Schiff“ zu besteigen, das dieses Jahr ein 88er Cadillac mit einer amtlichen Länge von sage und schreibe 6,14 m war, wodurch die Bezeichnung „Schiff“ durchaus seine Berechtigung bekommt.

Nach einer kleinen Tour-Auftakt-Session in Hamburg ging es los in Richtung Fehmarn, wo wir abends mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby in Dänemark übersetzten. Nach dem erfolgreichen Andocken machten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes querfeldein auf den Weg zu unserer Herberge, die sich mitten auf dem Land zwischen Rødby und Kopenhagen befand. Trotz kleiner Schwierigkeiten mit der Orientierung sowie plötzlich auftauchenden Fahrradtunneln und Kornfeldern, erreichten wir alle wohlbehalten unsere erste Unterkunft, wo der letzte Punkt der Tagesordnung auf uns wartete: ein kühles Blondes.

„Thorsten musste dort leider am ersten Tag bereits feststellen, dass seine Fersenprellung ihm wohl für den Rest der Tour einen Strich durch die Rechnung machen würde und dass seine Hauptbeschäftigung nunmehr jeden Tag im Biertrinken und Sonnenbaden bestehen sollte.“

Am nächsten Morgen machten wir uns dann recht früh auf nach Kopenhagen, um den immer noch brandneuen 6.000 Quadratmeter großen „Fælledparken Skatepark“ zu skaten. Thorsten musste dort leider am ersten Tag bereits feststellen, dass seine Fersenprellung ihm wohl für den Rest der Tour einen Strich durch die Rechnung machen würde und dass seine Hauptbeschäftigung nunmehr jeden Tag im Biertrinken und Sonnenbaden bestehen sollte. Nach einigen derben Sessions und der ersten Footage im Gepäck fuhren wir über die Öresundbrücke von Dänemark nach Malmö/Schweden, wo uns unmittelbar nach dem Überqueren der Landesgrenze die Polizei mit der Frage “You’ve been in Christiania?” stoppte, was so viel bedeutete, wie „Haben Sie irgendwelche Drogen bei sich?“. Thorsten, der hinter dem Steuer saß, konnte dies mit gutem Gewissen verneinen, da wir bis auf literweise Bier und Spirituosen im Fußraum zum Glück nichts an Bord hatten. Der Beamte warf noch einen kurzen Blick ins Wageninnere und ließ uns dann weiterziehen, da ihm das Durchsuchen eines derart großen Autos wahrscheinlich mehr als seine Nachtschicht gekostet hätte. Dieser kleine „Break“ sollte uns jedenfalls nicht davon abhalten, direkt in die Innenstadt von Malmö zu cruisen, um dem Stadtfest noch einen Besuch abzustatten, bevor die Bürgersteige hochgeklappt würden. Nach einer kurzen Nacht ging es dann zur Ultra Bowl Practise, um uns für die bevorstehenden drei Tage Contest einzufahren. Schnell mussten wir allerdings feststellen, dass ein Tag nicht ausreicht, um sich in einem so anspruchsvollen und großen Bowl zurechtzufinden.

In diesem Jahr waren die Türsteher nicht so gut auf Skater zu sprechen …

Nachdem wir alle, wie befürchtet, die Qualifikation nicht geschafft hatten, war entspanntes Zurücklehnen angesagt – und wir versuchten, von den restlichen Startern für 2013 zu lernen. Am Abend besuchten wir noch einen Flowpark in der Nähe der Öresundbrücke, wo wir – zumindest was das Skaten betraf – den Tag ausklingen ließen. Auf dem Weg zu unserem Hotel führte jedoch kein Weg am Stadtfest vorbei, wodurch wir uns so auf die erstbeste Disco vorbereiten konnten.

Am Samstag gingen wir noch zu einem von Pontus Alvs zahlreichen DIY-Spots, damit Krause, bevor er uns Richtung Hamburg verlassen musste, noch schnell etwas Material fürs Video filmen konnte. Später skateten wir wieder den Ultra-Bowl, um den mächtigen Lines von Kevin Kowalski, Steven Reeves, Brad McClain und vielen anderen zuzuschauen. Abends, man höre und staune: Stadtfest und Contest-Aftershow-Party. Doch in diesem Jahr waren die Türsteher nicht so gut auf Skater zu sprechen, da 2011 ein paar französische Skateboarder eine handfeste Auseinandersetzung mit einem ihrer Kollegen angezettelt hatten. Die Party sah von außen ohnehin nicht wirklich einladend aus, und so entschlossen wir uns wieder fürs Stadtfest, um dann in einen schönen Schickimicki-Club zu gehen, in dem wir fast genau so willkommen waren.

Die folgende Nachtruhe war wieder viel zur kurz. Demnach legten wir am Morgen die 500 Meter vom Hotel bis zum Skatepark zwar ziemlich verpennt aber trotzdem im Eiltempo zurück, um nicht das Spannendste des Wochenendes zu verpassen: die Ultra Bowl Finals. Nach dem wirklich krassen, aber viel zu kurzen Pro Final, bei dem Cody Lockwood, Kevin Kowalski, Fernando Bramsmark und Brad McClain alles abrissen, ging es hoch motiviert auf eine Abendsession in einen der zahlreichen Bowls der Umgebung. Am Montag stand dann noch eine Filmmission an, da uns durch den Contest etwas Zeit verloren gegangen war. Glücklicherweise gibt es im Großraum Malmö genug Spots, um den ganzen Tag abwechslungsreiche Bowls, Streetspots, DIY-Parks und Snakeruns zu skaten. Selbst Thorsten konnte sich am vorletzten Tag motivieren, trotz Fersenprellung eine kleine Line zu filmen. Nach getaner Arbeit sollte das dann auch die erste ruhige Nacht werden, da wir am nächsten Morgen wieder nach Kopenhagen fahren wollten, um dort noch einen Backyard-Bowl zu skaten und gegen Mittag die Heimreise via Fähre Richtung „good old Germany“ anzutreten. Und der Weg nach Münster/Berlin sollte ohnehin noch ziemlich lang werden.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass die Route Malmö/Kopenhagen eine verdammt große Anzahl unterschiedlicher Spots und Parks bietet, die sich wirklich jeder Skater einmal geben sollte – am besten noch im Sommer mit Zwischenstopp beim Ultra Bowl, der wirklich atemberaubendes Skateboarding auf Weltklasseniveau zu bieten hat.

In diesem Sinne: skøl und wir sehen uns next year!

Fotos: Alex Pires | Text: Max Ritter

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