Longboarding: Pumpen

Es ist tatsächlich möglich, auf dem Longboard auch in der Ebene vorwärts zu kommen, ohne den Boden zu berühren. Diese Fahrtechnik nennt man Pumpen und sie kommt beim Slalom als Sprint und beim LDP (Long Distance Pumping) als Ausdauervariante zum Einsatz.

Dabei lassen sich kurzfristig Spitzengeschwindigkeiten von weit über 30 km/h und auf langen Distanzen (50–100 km) Durchschnittsgeschwindigkeiten von bis zu 20 km/h erreichen. Ja, ohne den Boden zu berühren!

So wird mit dem Longboard "gepumpt":

Das klingt zunächst rätselhaft, weil man auf dem Brett vom Boden entkoppelt dasteht und sich ja vermeintlich nicht abstoßen kann. Allerdings kann man sich locker in der Hüfte hin- und herdrehen, und bei jedem Richtungswechsel leiten die Füße dann jeweils die »Abstopp-Kraft« ins Brett.

Diese Kräfte kann man in Vortrieb umsetzen, wenn man sie mit einer Schlangenlinien-Lenkbewegung koordiniert. Der Richtungswechsel der Drehbewegung des Oberkörpers muss dazu genau auf den maximalen Lenkeinschlag synchronisiert werden.

Dreht sich der Oberkörper in Fahrtrichtung nach links, so sollte die Bewegung genau in dem Moment gestoppt werden, in dem das Board gerade voll nach links gekippt bzw. eingeschlagen ist, also im Kurvenscheitelpunkt. Umgekehrt, rechtsherum natürlich ebenso. Gefühlt »zieht« dabei der Vorderfuß das Brett ins Kurveninnere, während der Hinterfuß das Brett nach außen »wegdrückt«.

Voraussetzungen fürs Pumpen

Das ist in der Praxis etwas komplexer als in der Theorie. Es dauert schon einige Wochen, diese Technik soweit zu erlernen, dass ein Vortrieb spürbar wird. Einige Voraussetzungen sind für den Anfang wichtig:

  • Die Vorderachse sollte sehr wendig sein. Wendigkeit meint hier eine weiche Einstellung der Rückstellkraft (Bushings).
  • Die Hinterachse darf ruhig sehr träge sein, also weder stark einlenken noch weich eingestellt sein.
  • Das Brett sollte einen Stand nahe der Vorderachse ermöglichen, daher nicht ausgeschnitten sein (keine Cutouts) und wird folglich eher hoch aufgebaut Wheelbites, was die Lenkfreude nochmals unterstützt.
  • Ein kraftvolles Mitschwingen der ausgebreiteten Arme sieht zunächst albern aus, erhöht aber das Drehmoment und die Vortriebskraft erheblich und hilft beim Erlernen.

– Dr.-Ing. Björn Hekmati –