Skip to main content
Headerbild
 
Erstellt von T. Gentsch | News

"50 is just a number" | Ingo Fröbrich Vert-Part


Der Titus Bonn Shopmanager fliegt auch mit 50 Jahren noch höher als die Meisten!

Als ich 1989 mit dem Skateboarden anfing und mein erstes Monster Skateboard Magazin am Dorf-Kiosk kaufte, war Ingo Fröbrich schon auf den Seiten der damaligen "deutsche Skateboard-Bibel" zu finden. Damals war Ingo einer der Up- and Coming Vert Fahrer, lebte, wie heute immernoch, in Bonn und war der nahbare Beweis, dass man es mit einer gehörigen Portion Mut auch in der Vert-Ramp "schaffen" konnte. Bonn war schon immer ein Hort einer gesunden Halfpipe-Szene und selbst als Vert totgesagt war, ließ Ingo sich nicht von seiner Leidenschaft abbringen. Ende der Neunziger eröffnete er dann mit seinem guten Freund Peer den Titus Bonn, den er bis heute mit großer Leidenschaft betreibt. Dass Ingo auch mit seinen mittlerweile 50 Jahren die Rampe in der Bonner Rheinaue immernoch zerlegen kann, unterstreicht sein Geburtstagsclip. Wir wollten trotzdem etwas mehr wissen und haben uns kurz mit Ingo unterhalten. Auf die nächsten 50!

Hallo Ingo, erstmal nachträglich alles Gute zum 50.! Vert-Skaten scheint ja verdammt jung zu halten, wenn ich mir deinen Part so anschaue. Wann bist du zum ersten Mal in eine Vert-Ramp gedroppt und was war der erste Trick, den du danach gelernt hast?

Ja vielen Dank. Das erste Mal bin ich 1985 in Bonn Tannenbusch in eine Vertrampe gedroppt, ohne Helm und Pads, nach dem 8. Versuch habe ich es dann geschafft. Die Rampe hatte eine höhere Seite und war aus Holz und Schaltafel zusammengeschraubt, welches wir auf Baustellen gefunden haben. Als nächsten wirklichen Trick habe ich dann Indy Airs gelernt, allerdings damals noch nicht raus. Ich glaube aber, dass nicht nur Vert-Skaten, sondern Skaten an sich jung hält. Die Idee zu diesem Video hatte ich mit Harwardt zusammen. Er hatte mich angehauen, ob wir nicht zusammen mal was machen sollten und wir hatten dann die Idee, einen Videopart zu meinen 50 Geburtstag zu machen!

1989/90 entstand dann auch die Vert-Ramp in der Rheinaue, auf der dein Part gefilmt wurde. War das Angebot, eine solche Rampe täglich fahren zu können, von da an der „Spark“ NOCH mehr Gas (on Vert) zu geben? Auf der Straße hat man dich ja eher selten gesehen, oder?

Nachdem wir aus den Wesselwerken raus mussten, habe wir angefangen die Rampe in der Rheinaue zu bauen. Als die fertig war, habe ich jede freie Minute dort verbracht. Damals war die noch 18m breit mit Spine in eine "Mini-Ramp", die 2.10m hoch war. Dort gab es so viele gute Sessions und das war definitiv mein Antrieb Vert zu fahren. Auf der Straße bin ich sehr sehr wenig gefahren, meisten dann Banks oder den Kölnstr. Pool.

Was war eigentlich das beste Contestergebnis, was du je erreicht hast?

Ich bin ein paar Mal Deutscher Meister geworden und einmal Europameister in Bochum. Man muss aber fairerweise sagen, dass kaum ausländische Skater dort waren. Dazu wurde ich 2. bei den Neuseeländischen Nationals 1997, das fand ich damals ziemlich cool.

Ende der Neunziger hat der Autralische Vert-Pro Renton Miller doch auch eine zeitlang bei dir gelebt, ich habe damals durch euch meine Ex-Freundin kennengelernt, die unter euch gewohnt hat. Was war das für eine Zeit, erzähl mal.

Renton hatte ich auf dem World Cup kennengelernt und Ihn direkt eingeladen nach Bonn zu kommen. Er kam dann fast jedes Jahr wieder und hat immer neue Freunde mitgebracht. Es war eine Zeit, in der wir von Skaten gelebt haben, durch Sponsoren und Demos. Wir sind viel zusammen gereist, zu Contests oder Demos und sind dadurch richtig gute Freunde geworden. Wir haben natürlich auch viel Partys gefeiert und viel erlebt. Ich habe ihn auch ein paarmal in Melbourne besucht und hab dort auch geheiratet und er wurde Trauzeuge. Always Goodtimes with Rentos!!!

 

Da hattet ihr auch schon den Titus Bonn (damals noch in der Sportarena), oder?

Ja genau, den Titus Shop habe ich 1998 mit Peer zusammen aufgemacht und den gibt es immer noch (mittlerweile in der Acherstraße 26-28). Wahrscheinlich einer der ältesten Skateshops in Deutschland, voll gut. Ich bereue nichts!!! Kommt alle vorbei und supportet Eure Local Skateshop!!!

Wann bist du das letzte Mal den Bonn Pool gefahren und hast du auch einen Pivot to fakie gemacht?

Ja ich war im Sommer das letzte Mal am Kölnstr. Pool und hab Pivot to fakie gemacht, haha! Ich finde es auch echt geil, dass der auch immer noch regelmäßig geskatet wird und inzwischen wird der so zerstört, vor allen von unseren Teamfahrern Jim (Romer) und Pat (Kurz)!

Kommen wir zurück auf diesen Part. Hast du eigentlich mal die Tricks gezählt und / oder sind das auch 50? Gefühlt waren es eher 80, hahaha!

Ich glaube es sind sogar mehr als 50 Tricks, aber darum ging es gar nicht. Ich wollte mit dem Video zeigen, wie sehr ich Skateboarding Liebe und wie viel Spaß es macht, auch wenn man älter wird. Es macht mich einfach glücklich. Viele wissen es nicht, aber Skaten ist einfach das Beste, was man machen kann. Es ist nicht nur das beste Gefühl, einen Trick zum ersten Mal nach unzähligen Versuchen zu stehen, es lehrt einen dabei auch, dass man Fehler akzeptieren muss, um Erfolg zu erlangen. Noch dazu ist Skateboarding ein Miteinander, es geht um Freundschaft, Kameradschaft, sich zu verabreden und gemeinsam eine gute Zeit zu haben - und nicht zuletzt seine Grenzen zu durchbrechen. Egal wo auf der Welt man ist, Skateboarding spricht dieselbe Sprache, es ist wie eine große Familie, man ist sofort willkommen. Es ist dazu kreativ und innovativ. Und es ist so stylisch, es gibt so viele verschiedene Styles und wenn man einen Trick macht, ist es genauso wichtig, wie man ihn macht. Deshalb sollte man damit einfach nicht aufhören, egal wie alt man ist!

Welcher Trick stellt, oder stellte bei diesem Part die größte Herausforderung für dich dar?

Das war komischerweise der Ollie to fakie. Normalerweise gingen die immer ganz gut, aber an diesem Tag hab ich mir echt einen abgebrochen und es hat ewig gedauert. Er ist auch ein bißchen sketchy gelandet, aber das war mir dann egal. Bin ja schon 50, da darf man das.

Die Rampe ist immernoch in einem guten Zustand, oder? Und die Vert-Szene scheint mir in Bonn ja auch noch zu leben. Wie kann man Kids dafür gewinnen, sich auch mal in einer großen Rampe zu probieren?

Die Rampe bekommt nächstes Jahr neuen Belag und ist dann wieder Top! Es gibt hier auch eine gute Vert-Crew und regelmäßige Sessions. Ich denke auch, dass, wenn jetzt die Pools im Skatepark aufmachen, es danach noch mehr Kids gibt, die Vert ausprobieren wollen.

Erkennen dich denn auch manchmal Kids im Laden und fragen, wie du dich das alles nur traust?

Ne, das war früher häufiger der Fall aber jetzt nicht mehr.

Was hält einen so jung, dass man mit 50 noch einen derart guten Part raushauen kann?

Skaten, skaten, skaten und nicht aufhören. Dazu achte ich auch darauf, nicht zu viel und zu regelmäßig Alkohol zu trinken und mach ab und an mache ich noch Yoga.

Gibt es einen Trick, den du bis heute nicht gemacht hast, aber unbedingt nochmal zumindest probieren willst?

Es gibt so viele Tricks, die ich gerne noch machen möchte. Dazu kommen noch die Tricks die ich mal gemacht habe und gerne wieder machen würde. Dazu gehört zB. Fs Rock und Fs Rock n´slide.

Warum hast du dich nie an einen McTwist herangewagt?

Ich bin mal mit Renton in Woodward gewesen und habe dort 540s geübt. Aber dieses Camp fand ich wirklich strange und ich habe mich dort überhaupt nicht wohl gefühlt. Im nachhinein hätte ich viel lieber einen Skatepark Trip gemacht. Danach hat meistens die Motivation gefehlt den zu üben. Ich hatte aber auch nie so das Bedürfnis den unbedingt können zu müssen. Wer weiß, vielleicht mache ich den ja noch irgendwann...?!

Falls du gute Tipps brauchst: Frag Ralle!

Ja Ralle hat den wirklich perfekt gemacht, ich habe gehört er hat sich bei den ersten Tries sogar die Füße ans Board getaped um nicht abzusteigen!

Da ranken sich auf jeden Fall einige Myten. Danke für das Interview, auf die nächsten 50 und lass uns im Sommer mal wieder ein Foto schießen!