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Andi Welther Portrait
Erstellt von T. Gentsch | News

Andi Welther | Mixtape 2017 Part & Interview


Keine Spur von Altersschwäche im Ländle

Andi Welther ist wie ein guter französicher Wein - er wird mit fortschreitendem Alter einfach nur besser und edler. Seit wir uns vor fast 20 Jahren kennengelernt haben, skatet er auf höchstem europäischen Level und es ist noch lange kein Ende in Sicht. Bedenkt man zudem, dass Andi mittlerweile verheiratet ist, eine neunjährige Tochter hat und in Vollzeit arbeitet, ist es umso erstaunlicher, dass er noch Zeit für progressives Skateboarding hat. Den Beweis dafür erbringt dieser Part, der sicher zu den besseren des Jahres 2017 gehören wird!

Fotos & Interview: T. Gentsch

Hallo Andi, alles fit bei dir? Hast du schon Feierabend?

Ja, danke, bei dir auch? Ne, eine Stunde muss ich noch, bis sechs immer.

Was machst du jetzt eigentlich genau?

Ich bin jetzt Vollzeit bei Tree Distribution und… wie lange dauert denn das Interview?

10-15 Minuten sag ich mal, haste die Zeit?

Hmm… Ja, geht schon, ich habe gerade einen Moment Luft.

Sehr schön. Also Andi, wie verhält sich momentan dein Shisha Konsum?

Haha, also eigentlich bin ich komplett clean! Das war nur ein kleiner „Rückfall“ als du mit den Jungs von Wayward Wheels letztens da warst. Allerdings muss ich gestehen, dass ich es eigentlich schon mal wieder sehr cool fand, in so einer Bar zu sitzen, abzuhängen und zu rauchen. Aber abgesehen davon mache ich sowas eigentlich gar nicht mehr und meine Frau verbietet es mir auch strengstens, haha.

Ich wollte gerade sagen, als wir das letzte Interview abgeschlossen hatten, da gab es doch nichts „Wichtigeres“ für dich, als das in der Shisha Bar zu feiern…!

Ja, das stimmt, es war mal weit mehr. Ich hatte zu der Zeit, also vor etwas länger als einem Jahr, so eine Phase, da ging es schon jedes Wochenende in so eine Bar zum dampfen. Wie es mit so vielen Dingen ist, wenn man mit etwas Neuem anfängt, übertreibt man schnell auch gerne mal und muss erst sein „normales Maß“ finden. Aber wie gesagt, ich mache es heute eigentlich gar nicht mehr.

Du hast aber früher auch richtig heftig Kippen geraucht, oder? Das hast du aber zum Glück ganz abgelegt, nicht wahr?

Jup, seeeehr viele sogar. Aber… ich bin jetzt etwas seit… sieben Jahren clean, würde ich sagen. Ich hatte allerdings einen Rückfall, habe nachdem ich schon zwei Jahre aufgehört hatte, wieder angefangen. Dann auch wieder komplett Kette. Das ging dann so eineinhalb Jahre und dann habe ich es wiederum von einem Tag auf den anderen aufgehört. Und seitdem habe ich auch keine Kippe mehr angepackt.

Das ist ja ganz schön respektabel, vor allem nach einem Rückfall. Es gibt nicht Viele die es dann schaffen erneut aufzuhören.

Das stimmt, aber bei mir war es eher so, dass ich derart enttäuscht von mir selbst war. Zunächst ist man ja sehr stolz auf sich selbst, mit dem Rauchen aufgehört zu haben. In gleichem Maße ist man dann aber auch enttäuscht, wenn man wieder anfängt; so war es zumindest bei mir, ich war dann voll down. Aber gerade diese Art von Enttäuschung über mich selbst hat mich dann umso mehr angespornt, erneut in den kalten Entzug zu gehen, hahaha.

Was ist so die längste Strecke, die du mit dem Rennrad zurückgelegt hast?

Hmmm… Das müssten so um die 200km gewesen sein!

An einem Tag?

Eija klaro. Aber das ist jetzt nichts Weltbewegendes oder so.

Naja, immerhin einmal von Stuttgart nach Frankfurt, ungefähr, das ist schon ne gute Strecke!

Stimmt wohl, aber wenn ich am Neckar entlang fahre, kommt mir das garnicht so weit vor. Irgendwann will ich mal einen Alpenpass bezwingen, das wäre eine echte Herausforderung. Momentan mache ich aber auch einen Motorradführerschein, das ist auch sehr lustig. Ich hatte vorhin auch Fahrstunde, bin ein bisschen über die B10 gefahren, hat voll Bock gemacht.

Na Hauptsache, du fährst dann auch noch Rad und denkst dir nicht „Motorrad ist auch ein Zweirad, aber viel weniger anstrengend“?

Nene, ich werde auch dem Rennrad Fahren treu bleiben! Das ist ja auch eine komplett andere Geschichte. Außerdem werde ich mir auch zunächst kein Motorrad kaufen, aber den Lappen zu haben ist eben mal ein Anfang.

Sag mal, du kannst doch auch verdammt viele No-Comply Varianten, sogar auch switch; warum skatest du eigentlich noch so technisch und hart, wenn du heutzutage eigentlich nur mit solchen Tricks einen Part filmen könntest?

Haha, naja, n No-Comply ist ja kein richtiger Trick, jedenfalls aus meiner Sicht. Ich meine, jeder soll machen was er will, aber einer der Gründe, weshalb ich Skaten so liebe und es immer noch mit derselben Leidenschaft wie früher tue, ist, dass ich mich selbst pushen will, sehen wie weit ich gehen kann und was ich verbessern kann. Ich mag es eben progressiv zu Skaten. Daher probiere ich lieber Tricks, die mich fördern und fordern, an denen es Spaß macht zu arbeiten und bei denen man vielleicht auch mal slammt. Klar macht Skaten auch sehr viel Spaß, wenn man seine Tricks einfach immer steht, aber das hat dann nichts mit Progression zu tun!

…Ich habe es mal das „Unmoderne moderne Skaten“ genannt…

Haha, ja, das trifft es eigentlich ziemlich gut. Aber ich habe das Gefühl, das ebbt schon etwas länger wieder ab und das ist auch gut so. Vor drei Jahren oder so, da war es ja schon fast ne „Plage“, du machst einen No-Comply, drehst dich dreimal im Kreis via Powerslide und alles war „Friede Freude Eierkuchen“, haha. Aber, und das sollten sich Skater und auch die Magazine verdeutlichen, es ist doch einfach cooler und vor allem ansprechender ein Magazin aufzuschlagen, oder einen Clip zu gucken und man einfach Sachen sieht, über die man mega gestoked ist. Man sich denkt „Boah fuck, der ist wirklich DA raufgesprungen“, oder so Dinge halt. Aber wie gesagt, ich habe das Gefühl, das kommt gerade wieder stark zurück.

Thema Style, machst du dir eigentlich Gedanken darüber, was du beim Skaten anziehst? In deinem Part haust du ja auch echt krass unterschiedliche Klamottenkombinationen raus…

Puh, keine Ahnung, ich achte generell drauf, immer etwas Stylishes zu tragen und würde lügen, wenn ich die Frage mit nein beantworten würde. Ich stelle das aber nicht in den Vordergrund, mag und muss mich aber auch wohlfühlen mit dem was ich trage. Ich muss einfach an mir runtergucken können und mir sagen können „jo, das passt, so fühl ich mich heute wohl“. Aber manchmal schaue ich mir auch ein Bild von mir im Mag an und denke mir „OMG, was hatte ich denn DA an?“, hahaha.

Was kommt dir bei dem Wort Zukunft in den Kopf und wie siehst du dich und dein Skateboarding in zehn Jahren?


Um Skateboarding in der Zukunft mache ich mir eigentlich gar keine Gedanken. Da läuft momentan alles super und ich wüsste nicht, was sich daran ändern sollte. Es soll sich einfach auf der Basis weiterentwickeln auf der es momentan ist. Natürlich will ich mich auch beruflich weiter entfalten und entwickeln und hoffe gesund zu bleiben und dass ich glücklich mit meiner Frau Birgit und meiner Tochter Cecilia bin. Alles Andere ist eigentlich unwichtig!

Das ist doch ein schönes Schlusswort! Vielen Dank für das Interview und wir freuen uns schon auf den nächsten Part!

Ist in Arbeit, danke auch dir fürs Interview! Bis bald.

Titus Tornados, Ès und Stance bei Titus:

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