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Overview Bremen 2018
Erstellt von T. Gentsch | News

COS Cup Bremen 2018 | 2. Tourstopp zur Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft im Skateboarding


Neuer Parcours, Alter Pro und keine Trainer

Auch wenn der erste Tourstopp zur deutschen Meisterschaft im Skateboarding schon Ende Januar in Oldenburg stattgefunden hat, fällt der eigentliche Startschuss der COS-Cup Serie seit nunmehr 9 Jahren auf der "Passion Sports" Messe in Bremen. Das ist nicht nur in den Köpfen der (meisten) Starter so verankert, sondern hängt auch damit zusammen, dass in Oldenburg die offizielle Norddeutsche Meisterschaft stattfand, deren Ergebnisse wiederum auch in die COS Gesamtwertung mit einfließen; es also kein „reiner“ COS-Cup war. So traf man im Januar in Oldenburg auch auf zwei Bundestrainer und einen schillernden Berliner Politiker, in Bremen hingegen suchte man nach ihnen vergebens. Das war irgendwie befremdlich, vor allem weil man in der Hansestadt den nagelneuen Parcours des COS erstmals betrachten und befahren konnte und die Güte des Alten 2017 in Rust von den „Offiziellen“ doch so stark kritisiert worden war. Doch sei es drum, den Fahrern sind solche „hinter den Kulissen“ Geschichten sowieso egal, solange der Parcours gut ist und es keine Schilder gibt, die auf Dopingkontrollen hinweisen - und beides war in Bremen der Fall. 

Wie nötig ein neuer Parcours war, zeigte sich schon im letzten Jahr und was DSGN CONCEPTS da konzipiert hat, kann man ohne Umschweife als äußerst gelungen bezeichnen. Kritiker sollten sich stets vor Augen führen, dass so ein Parcours möglichst schnell auf- und abbaubar sein muss und Steffen Krüger und seine Crew haben diese Prämisse mit einer „Ikea-Bauweise“ gelungen umgesetzt. Wer sich das Overview Bild genau anschaut wird feststellen, dass viele Obstacles etwas kleiner und flacher sind. Was das zur Folge hat, ließ sich in Bremen sofort ablesen: Die Runs waren oftmals weitaus technischer als noch vor 4 Monaten in Rust. 

Auch das Starterfeld war in Bremen mit insgesamt 69 Startern wieder gut besetzt und das Level zum Teil geradezu erschreckend hoch. Technische Curb-Tricks waren am Samstag ebenso an der Tagesordnung wie Stay-On Runs und die Judges hatten sicherlich keine leichte Aufgabe mit der Bewertung der Fahrer. Dennoch konnte sich am Ende des Tages wohl kaum jemand beschweren und so schmeckte das frischgezapfte Bier von Ralle am frühen Samstagabend besonders gut

Nachdem die Fässer geleert und die Stimmung ihr erstes Hoch erreicht hatte, ging es für einen Teil der COS Crew in die "Rockwurst", das „American Diner“ Restaurant von Titus-Bremen Shopmanager Jörg Fengler. Ich kenne Jörg schon seit über 20 Jahren und seine Herzlichkeit überträgt sich auf jede Räumlichkeit, in der er zugegen ist. Nach einem üppigen Mahl ging es für einen Teil der Crew auf die Aftershow Party in den „Tower“, für ein paar Andere direkt wieder in die Messe, wo Teile der Crew auch nächtigten. Ich zog Letzteres vor und war froh, am nächsten Morgen fitter als manch einer der Starter zu sein. 

Eins muss man allerdings feststellen: Viele Fahrer nehmen ein Weiterkommen heutzutage weitaus ernster als vielleicht noch vor 10 Jahren. Damals konnte oftmals die Hälfte der Semifinalisten kaum geradeaus fahren, heute überraschen sie mit verbesserten Runs im Vergleich zum Samstag. Ganz besonders auffallend war an dieser Stelle Josh Junkes, der nicht nur einen Bs Tailslide 270 Shove-It (the hard way) first try im Run stand, sondern mit einem Nollie Bisspin Late-Flip über die Hip auch das „tech-meter“ verdammt hoch setzte. Leider hatte er einen Bail im Run und so reichte es trotz dieser und bestimmt 10 weiterer Tricks nicht für einen Platz im Finale. Ein sehr hohes Level, wie gesagt.

Mehr Glück hatten da Alex („DU im Final?“) Ring, Octavio („Immer für eine Überraschung gut…!“) Trindade, Flo („Endlich mal nicht gebailt!“) Westers, Denny („Den ganzen Winter in den USA zahlt sich eben aus…“) Pham und Alex („Jetzt auch sw Biggerspin Heels on Lock!“) Mizurov. Sie alle hatten fehlerfreie Runs mit geschätzt 12-15 Tricks, was schon eine enorme Leistung ist; Respekt!

Warum es nur drei Mädels nach Bremen geschafft haben, bleibt ein kleines Rätsel. So oder so waren allerdings mit Diana Kränsel, Lea Schäfer und Lea Schairer drei der besten deutschen Frauen am Start und entsprechend hoch war auch das Level. Didi hatte leider noch mit den Nachwirkungen einer Verletzung zu kämpfen, aber es war schön, sie mal wieder auf dem Parcours zu sehen. Zwischen den beiden Lea´s war es dann auch ziemlich eng und man darf schon auf das Finale in Rust gespannt sein.

Bei den Ü-30igern gab es mal wieder ein paar neue Gesichter zu sehen und diese Gruppe war mit insgesamt 13 Startern auch erstaunlich gut besetzt. Dennoch bin ich der Meinung, dass diese „Altherren-Riege“ im nächsten Jahr "Ü-40 only" sein sollte, da einfach viel zu viele zum Teil auch gesponsorte Fahrer die 30 Jahre längst überschritten haben. Das soll natürlich nicht die Leistungen der Jungs in Frage stellen, nur… so mach einer weiß sicher genau was ich meine.

Das Pro-Finale war, wie auch schon die Eliminations, ein Trickfeuerwerk sondergleichen. Wer hier am Ende die Nase vorn haben würde, war nach den „Introduction-Runs“ nur schwer festzumachen. Der „Organised Jam“ offenbarte dann jedoch schnell, dass Denny Pham mit äußerst technischen „3-Tricks hintereinander Combos“ die Nase vorn haben würde. Alex Mizurov kam zwar ziemlich nah an ihn dran, aber Danny riskierte hier und da etwas mehr und wurde so verdient Erster. Und da „nach dem Finale“ „vor dem Best Trick“ ist, ging es damit auch direkt weiter.

Der sieht in diesem Jahr auf einigen Events etwas anders als in den Vorjahren aus. Mit Ravenol (Schmierstoffhersteller) hat man einen Partner gefunden, der „ehrliche“ Ölfässer für einen Barrell-Jump Contest zu Verfügung stellt und kehrt so zu einer der ersten „Wettkampfdisziplinen“ im Skateboarding zurück. Über Fässer zu springen ist jedoch auch heute noch verdammt hart und man darf gespannt sein, ob im Laufe des Jahres noch jemand "die Sieben“ knackt – es winken 500 Euro!

 

Bleibt zu sagen, dass Bremen mal wieder ein Fest war, es schön war, „alle Jungs“ wiederzusehen und man sich auch 2018 wieder auf eine tolle Serie zur Deutschen Meisterschaft im Skateboarding freuen darf. Ob irgendwer Anderes ebenfalls einen Event mit einem gleichen Titel veranstaltet, ist dabei eher „latte“ – denn der COS ist und bleibt "der geilste Club der Welt"!

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