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Erstellt von T. Gentsch | News

COS Cup Leipzig | Deutsche Skateboardmeisterschaft 2020


Genau wie das „richtige“ Leben ist auch Skateboarding geprägt von Entscheidungen. Egal wie oft und sehr man einen Lobgesang auf die Freiheit beim Skaten singt, auch bei unserer aller Lieblingsbeschäftigung herrschen einige Regeln, die besonders auf Contests zum Vorschein kommen. Das fängt ganz banal bei der Anmeldung an (ohne die geht es nunmal nicht, klar) und endet nicht zuletzt damit, dass man sich dem Urteil, sprich der Entscheidung der Junges, ausgesetzt sieht. Auch man selbst trifft beim Skaten Entscheidungen, die letztendlich auch die Bewertung durch die Judges beeinflusst. Welchen Trick macht man an welchem Obstacle, wie viel Risiko geht man ein, „geht man noch drauf“ bei einem knappen Trick - alles Entscheidungen, die man mitunter in einem Bruchteil einer Sekunde fällen muss. Für die Antwort auf die Frage, ob man nach Leipzig auf den COS Cup fährt, hatte man hingegen etwas mehr Zeit der Entscheidungsfindung und etwa vierzig Fahrer sagten am dritten Septemberwochenende „Ja, ab ins Heizhaus“!

Last Chance to dance!

Nun darf man wohl ohne Groll, aber mit Ehrlichkeit behaupten, dass die Halle in Leipzig vielleicht nicht die beste Deutschlands ist und sich fragen, warum denn dort zum zweiten Mal in Folge ein COS Cup stattfindet. Die Antwort ist mal wieder „Corona“. Grundsätzlich wäre nämlich der direkt daneben gelegene neue Outdoor Concrete Park schon fertig gewesen und man hätte bei dem fantastischen Wetter, welches uns zum zweiten Mal in Folge gönnt war, sicher ein wahres Skateboard Festival feiern können. Hätte, hätte - war aber nicht, da sich durch einen Baustopp während der Frühlingsmonate das Projekt noch nicht hat fertigstellen lassen. Im nächsten Jahr dann, hoffentlich.

In Leipzig hatte man nach Rust vor einigen Wochen zudem zum zweiten Mal die Möglichkeit, an der Warsteiner Street Challenge teilzunehmen. Dieses „neue zusätzliche Format“ im Rahmen eines COS Cups entstammt meiner Idee (falls sich jemand fragt, wem das komische Gesicht auf dem Logo gehört) und soll Skatern, die sich für den COS Cup anmelden und zusätzlich noch Streetskaten gehen, die Möglichkeit geben, auch daraus „Kapital zu schlagen“. Mit einem einminütigen Insta Clip, der ab dem Moment der Anmeldung gefilmt werden darf, kann man also 200 Euro und 5 Kästen Bier gewinnen. Doch auch hier gibt es Regeln, vor allem die oben schon genannte „man muss auch am eigentlichen Contest teilnehmen“.

Leipzig bietet so einige Streetspots mehr als Rust und das bedeutete, dass nicht nur die Qualität der Clips, sondern auch die Tricks auf einem anderen Level waren. Justin Sommer zog mit einer Crew von Berliner Homies los, Eric Springborn mit Homie Hassan und noch ein paar weitere und es ging unter anderem auch zu den 11er Stufen an der Oper. Hier ballerte Justin einen perfekten Fs Flip und als es darum ging zu entscheiden, wer die Challenge jetzt gewonnen hatte, war ich ursprünglich klar bei Justin - bis mir auffiel, dass seine Homies garnicht am Contest teilgenommen hatten. Hassan und Eric hatten das hingegen und somit musste ich eine Entscheidung treffen - welche nach zählen der Tricks zugunsten der beiden Ruhrpottler ausfiel. Unterm Strich konnten damit sicher alle leben und Justin nahm es sportlich - und drei der fünf Kästen dankbar an.

Was den eigentlichen Contest angeht, gab es keine großen Überraschungen - außer dass so manche Entscheidung der Judges bisweilen etwas fragwürdig war. Hierüber zu urteilen erspare ich mir aber an dieser Stelle, da ich bei dem Event eben schon eine „wichtige Entscheidung“ zu fällen hatte. Manchmal sollte man sich eben auf die eigenen Entscheidungen beschränken und stets der Tatsache bewusst sein, dass man nicht auf alles Einfluss hat und es auch im Skateboarding Regeln gibt, denen man sich unterwirft.

Der COS Leipzig war die letzte Möglichkeit, sich für das Finale in Oldenburg im Dezember zu qualifizieren und wir sagen an dieser Stelle herzlich Glückwunsch an alle, die sich für die Deutschen Skateboardmeisterschaft 2020 qualifiziert haben. Danke an das Heizhaus Leipzig und den COS für die astreine Durchführung und allen Teilnehmern, besonders denen der Warsteiner Street Challenge. Wir sehen uns in Oldenburg!