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3. Gino Körner | 1. Christoph Radtke | 2. Benedikt Schmidt
Erstellt von T. Gentsch | News

COS Cup Oldenburg | Der erste Tourstopp 2018


COS Cup und offizielle Norddeutsche Meisterschaft

Wir schreiben das Jahr 2018. Die Uhr tickt. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Zeit immer schneller voranschreitet. Dabei ist Zeit relativ. Sitzt du im Wartezimmer eines Arztes, kann eine Stunde zur Ewigkeit werden. Fährst man mit seinem Skateboard einen perfekten nagelneuen Spot, kann die Empfindung auftreten, dass eine Stunde zu fünf Minuten werden. Warum das so ist, ist eigentlich ganz einfach zu erklären. Zeit vergeht schneller, wenn man Dinge tut, die einem Freude bereiten. Schon Konfuzius hatte diese Erkenntnis, die er mit dem berühmten Satz „Wähle einen Beruf den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“. Anders herum kann es „durchaus eine Qual werden, wenn man seine Zeit auf der Arbeit einfach nur absitzt und wer diese Einstellung zu seiner Arbeit habe, solle besser über einen Jobwechsel nachdenken“, so der Wissenschaftler Robert Levine. 

Doch halt, Moment, worum geht’s hier nochmal? Ach so, genau, um einen Skateboardcontest und zwar den ersten COS Cup 2018, der zugleich auch als offizielle Norddeutsche Meisterschaft im Skateboarding gewertet wird. Wer jetzt denkt „was, schon wieder COS? Rust war doch gerade erst…“ trifft genau Punkt 2 Levines´: „Der Grad der Dringlichkeit lässt Zeit schneller vergehen“. Im Skateboarding wird, gerade in diesem und im folgenden Jahr, Zeit und Dringlichkeit eine starke Rolle spielen. 

Denn, wo eben noch davon gesprochen wurde, dass „Olympia ja noch in weiter Ferne liegt“, merkt manch einer gerade, dass es fast schon 5 vor 12 ist. Zum Glück gibt es, entgegen einer Pressemitteilung die vor einigen Wochen kursierte, nach wie vor den COS, der offizielle Ergebnisse einer Serie zur Deutschen Meisterschaft im Skateboarding, respektive die Deutsche Meisterschaft selbst, liefert. Ende 2018 wird auf dieser Grundlage also erneut ein deutscher Perspektiv- und Aufbaukader aufgestellt und die betreffenden Personen sind einer möglichen Teilnahme an den Spielen einen Schritt näher gekommen. 

Mit der neuen Skatehalle des Backyard e.V. ist am Wochenende des 20./21.1.2018 eine weitere Top-Halle in Niedersachsen eröffnet worden. Da sowohl Bremen und Osnabrück als auch Aurich keine 100 Kilometer weit entfernt sind, kann man davon ausgehen, dass in den nächsten zwei Jahren ein Generationswechsel in der A-Division stattfinden wird. Das konnte man auch schon in Oldenburg beobachten. Gino Körner marschierte am Samstag wie ein Stormtrooper auf Platz 1 der Vorentscheidung. Dabei sah es nicht so aus, als ob ihm sein Run besonders viel abverlangte und dennoch gab es an dem Ergebnis keine Zweifel.

Auch Jan Hellwig aus Aurich hat erneut „draufgelegt“ und war nach dem Semifinale am Sonntag sogar vor Gino auf Platz 1! Lenni Janssen zeigte, dass er auch auf einem Street-Parcours verdammt gut zurechtkommt und Dominic Wenzel aus Mönchengladbach wie wichtig der Rollmarkt, also die Halle der Rollbrettunion, für sein Skating im Winter war und ist. Wer sich ein bisschen auskennt, wird beim Lesen dieser Namen eins direkt gemerkt haben: Keiner der Vier ist älter als 18 und alle waren unter den Top-Ten!

Für alle diese Kids wird die Zeit am letzten Wochenende die Zeit sehr schnell vergangen sein. Nicht nur, weil sie alle etwas tun was sie lieben, sondern auch wegen einem weiteren Faktor, der laut Levine für unser Zeitempfinden verantwortlich ist: Die Abwechslung. 

Skateboarding ist Abwechslung pur, auch wenn es für den Laien vielleicht auf den ersten Blick so gar nicht danach aussehen mag. In kaum einer anderen Sportart gibt es derart viele Tricks, verschiedenste Hindernisse und äußere Faktoren, die über eine gute Leistung entscheiden oder diese beeinflussen. Das musste auch Gino Körner scherzhaft erfahren, der 5 Minuten vor dem Finale am Sonntag mit Jemandem zusammenstieß und einen Ellenbogen in den Magen bekam (und erst vor 3 Wochen am Blinddarm operiert worden war). Zuvor hatte er im Practise alle Zuschauer mit dem vielleicht ersten (Rodeo) Backflip der COS Geschichte beeindruckt, den er bei nahezu jedem Versuch stand; im Finale jedoch (erstmal) bailte. So wurde Gino, auf den ich alle meine Chips gesetzt hätte, am Ende leider nur 3., was nicht nur mich überraschte. 

Christoph Radtke holte den Sieg nach Hannover und darf sich zudem den Titel Norddeutscher Meister auf die Brust schreiben. Bei den Mädels hatte Lea Schäfer mal wieder die Nase vorne und die gesamte Girls-Division schien die Reporter von RTL ganz besonderes zu interessieren. Die haben wohl als erste Mainstream-Medien bemerkt, dass auch Frauen auf dem Skateboard bei Olympia anzutreffen sein werden und haben mit Berichten darüber ein perfektes „Sport-Jugend-Boulevard-Thema“. Für Oldenburg bleibt also festzuhalten, dass sich schon jetzt manches geändert zu haben scheint.

Hier jetzt schon von einem kompletten Generationenwechsel zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben aber man merkt schon, dass etwas "in der Luft liegt". Die bei der vorigen Generation vielleicht etwas verpönten COS Cups verbinden die Kids von heute eher mit Street League als mit Bernhard Grabbe. Und wenn die mitunter besten amerikanischen Pros an einem Event wie Street League teilnehmen, spornt zumindest das doch an, es auf einem ähnlichen Parkett selbst auch mal zu probieren. Wir sehen uns am 10./11.03.2018 auf der Passion Sports in Bremen, wo dann auch der brandneue COS Parcours seine Premiere feiern wird. Bleibt zu hoffen, dass die Zeit bis dahin schnell vergeht!

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