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Erstellt von T. Gentsch | News

COS Cup Hamburg - The German Skateboarding Championship Series


I-Punkt Skateland eröffnet Contest Saison mit offizieller Norddeutscher Meisterschaft

Photos & Text: T. Gentsch

Das I-Punkt Skateland, die Amsinkstraße in Hammerbrook, Marcus Jürgensen, Patrick Eling und Fabio Fusco – DAS war und ist (immer noch) Hamburg für mich. Hamburg mit seiner legendären (alten) I-Punkt Halle war vor 25 Jahren einer der ersten Orte, der mich mit regelmäßigen Contests aus der „Komfort-Zone Köln“ lockte und eine Reise dorthin war stets gleichbedeutend mit „dem wilden Erwachsenenleben“. Man traf sich mit Dennis Lahaye und Susi im Wohnwagen hinter dem Outdoor Parcours, schlief im Bowl oder auf der Halfpipe und erlebte die Creme de la Creme der deutschen Szene im Partyrausch (inklusive der legendären Schlägerei „Ruhrpott gegen Hamburger Plastik- Gangster“). Dennoch fühlte man sich immer wohlbehütet in der kalten Halle und man muss Thomas I-Punkt Friese und Frank Martens großen Respekt zollen, „Ihr Baby“ auch ein gutes Vierteljahrhundert nach seiner Eröffnung noch unter ihren Fittichen zu haben.

Vorletztes Jahr, also 2017, feierte die COS-Cup Serie ihr zwanzigjähriges Bestehen. Es gab allerdings schon ab 1994 eine Serie zur deutschen Meisterschaft im Skateboarding, damals noch unter dem Namen INC Cup Serie gegründet und unter dem Namen German Federation Cup ausgetragen. Der INC stand für „I-Punkt“, „North Brigade“ und „Club of Skaters“ und hatte sich damals zum Ziel gesetzt, einen verkalkten DRB (Deutscher Rollsport Bund) aus der Verantwortung einer deutschen Meisterschaft zu nehmen. So lag es nahe, 25 Jahre später auch Hamburg mal wieder in die Serie zur deutschen Meisterschaft im Skateboarding einzubinden und damit die Serie zur deutschen Meisterschaft im Skateboarding 2019 einzuläuten.

Mittlerweile befindet sich die Halle zwar schon seit 15 Jahren nicht mehr in der Amsink-, sondern in der Spaldingstraße, aber ansonsten hat sich herzlich wenig geändert. Herzlich ist hier in der Tat das richtige Wort, da nahezu alles, was man damals an Hamburg zu lieben und schätzen gelernt hatte, auch heute noch Bestand hat. Frank Martens war am Start (allerdings ohne Nicole), Jonn Rübcke samt Kamera ebenfalls und MJ und Eling die Ersten, die ich Samstag morgens vor der Halle traf. Ebenso wie an der alten Location lud der großzügige Außenbereich zum chillen und warmfahren ein und Hamburg, oh Wunder, zeigte sich wettertechnisch ausnahmsweise NICHT von der gewohnt regnerischen Seite. „Wir können auch anders“ schrie es förmlich vom Himmel und oftmals hatte man es schwer, sich von der warmen Frühlingssonne zu verabschieden und in die Halle zu gehen!

Hatte man das einmal geschafft, gab es insgesamt 44 Starter in der Pro-Divison zu bestaunen. Die Ü30 Gruppe, die man endlich mal in Ü35 oder Ü40 umbenennen sollte, sah ebenso wie die Girls-Division dagegen etwas „unterbesetzt“ aus. Man darf sich immer wieder wundern, und jetzt wird es hart (aber wahr), warum nicht mehr (gute) Frauen auf Contests reisen? Lediglich Amelie und Julia hielten die Stange für ansehnliches Skateboarding hoch und belegten so verdient die Plätze 1 und 2. Marian Schinkel, mit dem ich vor 17 Jahren eine Sequenz auf der Red Bull Local Hero Tour geschossen hatte, flog wie schon damals via Gap to fs Boardslide über die Box und gleichzeitig auf den 1. Platz der Ü-30 Division. Schön zu sehen, wenn Leute wie er immer noch rippen!

Da der erste Stopp der Serie zur deutschen Meisterschaft gleichzeitig auch offizielle Norddeutsche Meisterschaft war, fällt ein solcher Event unter die Kategorie „Outsourcing von Judges, Skate-Medic, Catering, Moderator usw“ – sprich, der örtliche Veranstalter ist für so etwas zuständig. Das lief in Hamburg auch ganz gut, zumal David Luther zum Glück „trotzdem“ als Moderator verpflichtet wurde, allerdings muss man manche Dinge auch beim Namen nennen, die etwas unglücklich von statten gingen. So sagten wohl einige namenhafte Judges kurz vor dem Event ab und man griff auf Jungs zurück, die (bis auf Marcus Jürgensen) scheinbar das Bewerten von Skateboardern nicht so ganz verstanden hatten. Sowas führt dann zu einem Pro-Finale, an dem zwei Locals teilnehmen, die beide zusammen, wenn ich mich recht erinnere, genau einen Flip Trick machten – auf einem Street Contest! „Don´t hate the player, hate the game“, passte hier wie die Faust aufs Auge und bewies mal wieder, warum genau DIE Jungs, die sonst immer judgen, dort auch berechtigt sitzen!

Am Ende waren zumindest die Top 3 gerecht besetzt und Gino konnte bei dem Best Trick Contest nochmal einen draufsetzten. So wurde er zum glücklichen Gewinner des Box/Kopfhörer Sets von Teufel und strahlte von Hamburg bis Bremen. Der nächste Stopp findet vom 26.-28.04.2019 statt, also sattelt schonmal die Pferde und reitet zum Münchener Flughafen – Franz-Josef Strauß wartet schon!