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Erstellt von T. Gentsch | News

Osiris D3 2001 | Weartest


Osiris Teamrider Josh Junkes testet eine Ikone unter den Skateschuhen

Genau wie Skateboarding an sich verschiedene Entwicklungsphasen in den letzten 40 Jahren durchlief, verhält es sich auch mit den Schuhen, die Skateboarder trugen und tragen. Neben Decks sind Schuhe nicht nur der größte „Verschleißartikel“ eines Skateboarders, sondern auch der Wichtigste für ein komfortables Gefühl auf dem Deck. Schuhe können einem das beste Boardgefühl bescheren, wenn sie leicht und dünn sind, halten aber bei einer solchen Beschaffenheit möglicherweise nur eine Session lang. Umgekehrt können Schuhe auch aus den haltbarsten Materialien hergestellt und mit dicken „Ollie Pads“, „Toe Caps“ und „Air Pads“ ausgestattet sein, was aber wiederum zu einem Verlust des Boardgefühls führt. Es galt und gilt also, etwas wie den goldenen Mittelweg zu finden, was aber nicht immer der Fall war. Schauen wir also 18 Jahre zurück und uns auf dem damaligen Schuhmarkt um, gab es ein Modell, was sich zum bestverkauften (Skate-) Sneaker aller Zeiten entwickeln sollte: Der Osiris D3!

Historie des D3

Designed wurde der Schuh von Brian Reid, dem ehemaligen Filmer und Teammanager von Tony Magnussons´ EVOL, der Nachfolge-Company von H-Street. EVOL gab es nicht besonders lange, ebenso wie deren Schuhlinie und Reid überzeugte Tony die Schuhsparte in Osiris umzubenennen; ein Name, der ihm eher zufällig in einem Buchladen aufgefallen war. Zu dieser Zeit, also 1997, waren es DC und Etnies, die den Schuhmarkt regierten, allerdings waren Skater zu dieser Zeit sehr offen für technische Features und „fette Schuhe mit dicken Laces“ – perfekte Voraussetzungen also, um ein wenig zu experimentieren. Brian Reid erzählt in einem Interview, dass Dave Mayhew, dessen Pro-Schuh eben der D3 wurde, Glück im Unglück hatte. Damals bekam jeder der Teamrider von Osiris ein eigenes Model und Dave´s Wunschschuh war schon vergeben. Also sind die beiden kurzerhand in einen Schuhladen in einer Mall gegangen, haben ein paar „Whatever-Modelle“ gekauft, sie auseinandergeschnitten und nach ihren Vorstellungen wieder zusammengeklebt; das erste D3 Sample war geboren.

Osiris D3 | Optik

Schon die „erste Version“ des D3 von 1999 war ein Hingucker und wurde durch das 1999 erschienene „The Storm“ Video zu einem Top Seller. Dennoch dauerte es 2 weitere Jahre bis der D3 2001 die Schuhregale füllte und die Verkäufe auf einmal explodierten. Nicht nur Skater wollten den Schuh haben, auch die Musikbranche um Gruppen wie Limp Bizkit und Avril Lavigne feierte den Sneaker – ganz besonders die gelbe Version. Das lag vor allem an den reflektierenden Seiten-Panelen, der riesigen Zunge und den Schnürsenkel-Ösen. Eigentlich war der Schuh ein einziges großes „Werbelogo“ für Osiris und spiegelte Reid´s Affinität zu Schuhen in dieser Zeit wieder. „Zu dieser Zeit habe ich voll auf „Robotech“ und son Kram gestanden und daraus entstand ein Schuh, der einfach überdimensioniert war – was aber auch seinen Zweck erfüllte.“ So verhinderte allein seine Breite im Knöchelbereich, dass man auf seiner Baggy Pant stand oder diese mit der eigenen Ferse kaputt lief. Zusammenfassend kann man sagen, dass es selten einen (Skate-) Schuh gab, der optisch mehr Aufmerksamkeit erregte und das auch 2018 immernoch tut; vor allem Modelle wie die hier gezeigte Camo-Version!

Osiris D3 | Passform

Zum Thema „Passform“ lassen sich 2 Dinge festhalten. Zum einen bezeichnet die Passform bekanntlich die Anpassung eines Schuhs an den Fuß seines Trägers und der D3 ist SO dick, dass man beim ersten Reinschlüpfen meint, man laufe „auf Wolken“. Auf der anderen Seite passt sich der Schuh aufgrund seiner Dicke nur sehr langsam an den individuellen Fuß seines Trägers an. Das ist aber wegen Erst-Genanntem auch gar nicht wirklich nötig. Was das allerdings für das Boardgefühl bedeutet, muss man wohl kaum weiter erklären. Wer den Schuh skaten will, braucht definitiv eine etwas längere Eingewöhnungsphase, vor allem weil der gemeine Skater von heute einfach auch ein anderes (dünneres) Schuhwerk gewohnt ist. Aber dennoch, schaut man sich das „The Storm“ Video an, wird man feststellen, dass vor 20 Jahren damals Tech-Tricks gemacht wurden, die es auch heute noch in so manches Video schaffen würden; man muss sich eben nur dran gewöhnen!

Osiris D3 | Haltbarkeit

So ein Weartest befasst sich vor allem auch mit der Haltbarkeit eines Schuhs und die ist beim D3 gelinde gesagt nahezu unnahbar. Wie schon das Video zeigt, hat Josh den Schuh einen kompletten Tag lang getragen und geskatet und bis auf einen gerissenen Schnürsenkel war der Schuh nahezu makellos. Zudem ist der Senkel auch nur gerissen, weil Josh die äußere, anstatt die verdeckte Schnürung benutzt hat – andernfalls wäre das Band ebenso unversehrt wie der Schuh geblieben. Man kann gut und gerne behaupten, dass der Schuh sicher ein halbes Jahr halten würde, auch wenn man jeden Tag skatet. Somit ist es höchstwahrscheinlich der haltbarste Skateschuh, der jemals produziert wurde und den es zum Glück auch wieder gibt.

Osiris D3 | Fazit

Der haltbarste Schuh, der gedämpfteste Schuh, das bestverkaufte Modell aller Zeiten – alle diese Charaktereigenschaften treffen auf den D3 auch 17 Jahre nach seinem ersten Erscheinen immer noch zu. Dass der Schuh „klobig as fuck“ ist, braucht man sicher keinem erzählen, aber er will auch gar nichts anderes sein. Josh, ebenso wie die meisten Skater der heutigen Zeit, ist weitaus dünneres Schuhwerk gewohnt und hatte zu Beginn vor allem mit dem etwas ungewohnten Gewicht zu kämpfen, trotz des Heliums in den Air-Pads. Die ersten Flip Tricks waren sicher nicht gerade einfach, aber wie man im Clip sehen kann, funktionierten sie nach einer gewissen Eingewöhnungsphase erstaunlich gut. An den Stufen durfte Josh feststellen, dass er die harten Landungen kaum spürte und als am DIY einmal das Board in seinen Knöchel fuhr, bemerkte er dies kaum. Durch die dicke und dadurch sehr hohe Sohle trifft die Nose oder das Tail nicht mehr direkt auf den Knöchel (wie man es gewohnt ist), sondern in den dick gepolsterten oberen Bereich des Schuhs. Man kann also sagen, dass dieser Schuh ein sehr „sicherer“ ist. Er schützt deine Knöchel vor umherschießenden Boards im belebten Skatepark genau wie er„sicher“ in stilistischem Sinne ist. Ob du den Stil magst oder nicht sei dahingestellt, aber auch oder gerade 2018 ist der Osiris D3 immer noch ein Eyecatcher, egal ob auf der Straße, im Club oder am lokalen Streetspot.

Osiris bei Titus: