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Leon Merschmann / Sw Kickflip
Leon Merschmann / Sw Kickflip
Erstellt von T. Gentsch | News

Skatepark Wiehl - der "Wheelpark" unter die Lupe genommen


Der Skatepark "Wheelpark" in Wiehl im Oberbergischen wird einen Vormittag lang von Titus Shop Ridern unter die Lupe genommen.

Betrachtet man sich die Entwicklung von Skateparks in Deutschland in den letzten zehn Jahren etwas eingehender, stellt man schnell fest, dass sich unglaublich viel auf diesem Sektor getan hat. Vor fünfzehn Jahren erreichte eine regelrechte Schwemme von neuen Parks unsere Breiten, die allerdings aus Fertigteilen bestanden und eher für Inliner als Skater geeignet waren. Man darf gar nicht hinterfragen, wie viele Gelder so "verschwendet" wurden, aber zum Glück fand irgendwann ein großes Umdenken bei den Verantwortlichen in Städten und Gemeinden statt.

Ein möglicher Auslöser könnte gewesen sein, dass mehr und mehr DIY Projekte in Deutschland entstanden und man realisierte, dass Skateboarder "solcher" Art von Parks alles andere als abgeneigt gegenüberstehen - ganz im Gegensatz zu "Katalog-Rampen". Ein weiterer und auch eindeutiger Grund ist sicher auch die Tatsache, dass sich mehr und mehr Skater, und zwar gerade auch die, die schon in DIY Projekten ihre ersten Erfahrungen gesammelt haben, mit eigenen Baufirmen und Planungsbüros selbstständig gemacht haben. Gute Beispiele hierfür sind Yamato Living Ramps, Minus-Ramps, DSGN CONCEPTS oder Anker Skateboard Rampen. Hinter all diesen Firmen stehen Skateboarder und zwar solche, die auch immer noch aktiv auf dem Brett unterwegs sind. Und siehe da: In den letzten fünf Jahren ist Beton in Deutschland fast ausschließlich sinnvoll geflossen. Jeder Park ist ein Unikat für sich und man hat sich zum Glück weit von den Zuständen zu Beginn des neuen Jahrtausends entfernt.

Doch wo sind all die Parks eigentlich, die wir hier als "so geil" beschreiben? Interessanterweise sind viele gerade der neuen Anlagen in eher etwas abgeschiedenen, bzw. in kleineren bis mittelgroßen Städten aufzufinden. Und gerade DIE hat man eben nicht immer direkt auf dem Schirm, denkt man an "neue geile Parks". Daher haben wir uns für euch eine neue Rubrik auf dem Blog ausgedacht, in der wir zusammen mit Teamridern nahe gelegener Titus-Shops genau solche Parks einmal genauer unter die Lupe nehmen. Dabei versuchen wir anhand von Fotos und mit einem Videoclip jedes Detail so gut es geht zu beleuchten und hoffen euch damit die Wahl eines Sonntagsausflugs etwas leichter zu machen. Vorhang auf für den ersten Park: Wiehl im Oberbergischen Kreis.

"Der Park ist einfach nur geil. Welches Obstacle mir am besten gefällt, ist schwer zu sagen, da man als Bowl/Transition-Skater hier wirklich eine Menge verschiedener Möglichkeiten geboten bekommt. Der einzige Nachteil ist, dass der Beton etwas rutschig ist." - Tom Schulze

"Mir gefällt die Combi von dem Manual Pad  und dem dicken Rail am besten. Da hat man echt unendlich viele Optionen und kann sich sehr kreativ neue Kombinationen von Tricks ausdenken. Und die Titte ist hammer!" - Martin Huppertz

"Mein Favourite Obstacle ist der Taco Shell, oder wie man dieses Ding da nennt. Der Park fordert einem auf jeden Fall ein Portion Kreativität ab, da er mit vielen versteckten Möglichkeiten eher zum Cruisen als einer sundenlangen Curb Session einlädt." - Sascha Scharf

"Also mir gefallen das Flat-Curb und die Stufen mit dem Rail sehr gut, aber auch die Trannies und die Wall sind für einen eigentlich reinen Street-Skater wie mich durchaus attraktiv" - Leon Merschmann

"Der Boooowl. Man muss sich zwar schon ein wenig drauf einfahen, aber wo ist das nicht so!? ICH komme auf jeden Fall wieder!" - Vicky Winde

Wichtige Fakten über den Park:

Planung und Bau:

Betonlandschaften, überarbeitet und realisiert von Yamato Living Ramps.

Eröffnet am:

22.04.2017

Größe:

1.100 qm

Adresse:

Skatepark Whiel
L336, 51674 Wiehl 
Deutschland

Anreise mit Bus und Bahn:

Will man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, muss man eine gehörige Portion Geduld mitbringen. Obwohl Köln sage und schreibe nur 41 km Luftlinie entfernt ist, benötigt man mindestens 1 1/2 Stunden Fahrtzeit mit Reginalbahn und Bussen. Alle Wegen führen dabei über Gummersbach/Deringhausen, von wo aus man mit dem Bus weiterfahren muss. Von Dortmund kommend fährt man ebenfalls über Köln, da es keine direkte Bahnverbindung parallel zur A45 gibt. Selbst aus dem nur 50 km entfernten Siegen benötigt man aufgrund schlechter Anbindung mindestens 2 1/2 Stunden. Es empfiehlt sich also, mit dem Auto anzureisen.

Anreise mit dem Auto:

Mit dem Auto gestaltet sich die Anreise um einiges angenhmer. So fährt man von Köln aus etwa 45 Minuten, von Dortmund kann man den Park in einer guten Stunde erreichen. Startet man von Siegen aus, sollte es kaum länger als eine halbe Stunde dauern. Parken ist direkt am Wiehlpark möglich, durch den man zum Skatepark gelangt. Diese Parkplätze sollten auch genutzt werden, um Konflikten mit angrenzenden Anwohnern vorzubeugen!

Scooter-Aufkommen:

Von 10 Uhr morgens bis 14 Uhr mittags gibt es, während der Schulzeit, keinerlei Belastung durch "nicht-skatende Kids" - klar! Das ändert sich allerdings, sobald die Schule vorbei ist oder das Wochenende beginnt. Dann kann es in dem dann doch sehr kompakten Park schnell zu Zusammenstößen kommen. Bei unserer Session bescherte schon ein einziges Kid auf einem Fahrrad den Jungs einige Beinahezusammenstöße - EINS, wohlgemerkt! Gerade dadurch, dass der Park so schnell ist, mag man sich kaum ausmalen, wie gefährlich es sein kann, wenn dort 20 Kids mit Fahrrädern, Scootern und Inlines unkontrolliert unterwegs sind. Allerdings müssen die irgendwann auch zum Abendessen und da es eine Flutlichtanlage gibt...

Essen und Trinken:

Einer der vielleicht wichtigsten Faktoren ist das leibliche Wohl, allem voran natürlich Getränke. Die gibt es gut gekühlt an der nahegelegenen Aral Tanke. Einfach der leicht bergab gehenden Brücke oberhalb des Parks folgen und nach nicht mal einer Minute sieht man schon das blaue Gebäude. Folgt man der Straße weiter, befindet sich nach etwa 500 Metern auf der linken Seite die Schulstraße, wo es eine Pizzaria und einen Imbiss gibt. Fährt man die Brucher Str., auf der man ja schon angereist ist, zurück, tut sich nach ebenfalls etwa 500 Metern ein großer REWE Markt auf. Wiehl ist klein und da man sich mit dem Park sehr nahe am Stadtzentrum befindet, kann man sich auch in diversen Restaurants etwas zu Essen gönnen. 

Fazit:

Nach über zehn Jahren "Kampf" der Skater für einen Skate-Park hat die Stadt Wiehl mit dem "Wheel-Park" endlich ein zeitgemässes und einzigartiges Areal bekommen. Mit Yamato Living Ramps hat man sich für die Realisierung zum Glück jemanden gesucht, der sich mit "modernen Parks" auskennt. Das erkennt man sehr schön daran, dass nicht jede Rampe ein Coping hat (aber natürlich saubere Betonkanten) und unterschiedliche Arten von Kanten an den Ledges verwendet wurden. Die Integration eines Natursteins als "Wallie" zeigt die Liebe fürs Detail und ist ein weiteres einzigartiges Obstacle. Der einizge Nachteil liegt in der Tat darin, dass ein solcher Park in einem derart kleinen Ort natürlich nicht nur Skater anzieht, sondern Alles, was irgendwie meint rollen zu müssen. Selbst über im Bowl Fussball spielende Kinder darf man sich nicht wundern. Es bleibt zu hoffen, dass sich die anfängliche Euphorie mit der Zeit legt und der Park auf eine Weise genutzt wird, für die er konzipiert wurde: zum Skaten!

Unsere Jungs geben dem Park:

8 von 10 Punkten, allerdings ohne Scooter-Kids miteinzurechnen.

Fotos & Text: T. Gentsch

Titus Stuff unserer Park-Tester im Webshop:

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