Skip to main content
Overview Aurich
 
Erstellt von T. Gentsch | News

Skateparks unter die Lupe genommen | Playground Skatehalle Aurich


Hallen Check out mit dem Titus Lites Trucks Team

Fotos & Text: T. Gentsch

 

Seit 2001, also nunmehr über 16 Jahre, betreibt der Verein „Playground Skatehalle Aurich e.V.“ die größte Skatehalle Deutschlands. Trotz der eher abgelegenen Lage Ostfrieslands gelingt es der Crew um Geschäftsführer Martin Schulz mit täglichen Kursen für Anfänger, Contests sowie Demos von Skate-Pro Teams dem Park stets frisches Leben einzuhauchen. Dazu gehört auch, sich ständig weiterzuentwickeln und den Parcours alle paar Jahre den Bedürfnissen der Skater anzupassen. Letzten Sommer war es dann mal wieder soweit und innerhalb von 11 Wochen verlieh eine Crew aus vielen freiwilligen Helfern zusammen mit den Experten um Tim Schulze Bendrop (Rampbock) der Halle einen völlig neuen Look. Da wir uns momentan mitten in der Indoor-Saison befinden, fand sich im Januar 2018 ein Teil des Lites Trucks Teams zu einer gemeinsamen Session im hohen Norden ein. Eine komplette Nacht lang fuhren Marlon Schollmeier, Marcel Rieger, Tabo Löchelt, Konrad Waldmann und Neuzugang Reece Knobloch die Halle in Grund und Boden. Das Ergebnis ist dieser Hallen Check-Out, der definitiv die Lust weckt, mal wieder nach Ostfriesland zu fahren. 

Wer sich in Deutschland vielleicht nicht ganz so gut auskennt, dem sei ein Blick auf eine Landkarte empfohlen. Aurich liegt inmitten der von Jadebusen, Nordsee und Dollart umschlossenen ostfrisischen Halbinsel im äußersten Nordwesten Niedersachsens. Die Stadt ist Kreisstadt des Landkreises und mit ihren knapp über 40.000 Einwohnern die Zweitgrößte Ostfrieslands. Trotz der auf den ersten Blick eher abgeschiedenen Lage gelangt man, zumindest mit dem Auto, verhältnismäßig schnell in das von Mooren umgebene sogenannte Mittelzentrum. 

Erste mediale Aufmerksamkeit erhielt die Halle 1999, die damals noch den Namen „Inline Center Aurich“ trug. Heute werden sich sicher nur noch sehr Wenige an das Rampensetup aus dieser Zeit erinnern, aber eins sei gesagt: Es war schrecklich. Zwar gab es schon ein anständiges Curb-Cut und einen Roll-In, aber der Rest des Parcours bestand aus Fertigrampen oder Eigenbauten. Als das Blind Team 1999 zu der ersten Demo eines US-Teams in der Halle aufschlug, gehörte eine Bierbank zu den beliebtesten Obstacles von Ronnie Creager & Co; das sagt eigentlich schon alles. 

Nachdem dann der Playground e.V. die Halle 2001 geschäftsführend übernommen hatte, begann die 3.500 qm große Halle langsam „echte“ Formen anzunehmen. Zudem war es interessant zu beobachten, wie das Engagement von zunächst Michael Hinrichs und später Martin Schulz & Co langsam begann Früchte zu tragen, sprich, die Halle Talente entdeckte und förderte. Prominentestes Beispiel ist Keno Ringering, der Mitte bis Ende der 2000er zu den besten Skatern Deutschlands gehörte. 

Mitte der 2000ender wurden dann auch die ersten größeren Contests in der Halle ausgetragen, und auf diese Weise mehr und mehr Fahrern von außerhalb erneut ins Gedächtnis gerufen, dass „da oben ja auch noch was ist“. Ein erneuter Umbau 2009 gab der Halle ein völlig neues Gesicht und lockte zudem diverse Pro-Teams an. Höhepunkte waren sicher die Demo von Almost im Januar 2013 sowie die von Flip Skateboards ein Jahr zuvor. Zudem wurde nicht nur die Halle, sondern auch der Gastronomie-Bereich umgebaut, der seitdem die vielleicht besten Fertigpizzen in einem Skatepark im Angebot hat. 

Nach dem Umbau im Sommer 2017 erwartet einen nun eine Halle, die kaum "street-versierter" sein könnte. Bewusst wurden die Obstacles eher niedrig gehalten und diverse Elemente eingefügt, die man so auch auf der Straße vorfinden würde. Von der ratternden China Bank aus echten Backsteinen über das Curb mit echten Granitplatten bis hin zum Poolcoping auf der Quarter und diversen Slappy-Curbs; selten gab es in einem Indoor-Park mehr Beton zum grinden. Zudem sind die meisten Rails sehr flach gehalten, was besonders auch Anfänger zu schätzen wissen.

Wichtige Fakten über den Park:

Eröffnet: 2001
renoviert: 2017

Größe: 3500qm

Adresse:
Finkenburgweg9a
26603 Aurich

Öffnungszeiten:
Winterzeit (ab 01.01.2018 bis 18.03.2018):
Montag bis Donnerstag – 12:00 bis 20:00 Uhr
Freitag – 12:00 bis 22:00 Uhr
Samstag & Sonntag – 10:00 bis 20:00 Uhr

Sommerzeit (ab 19.03.2018 bis 03.10.2018):
Täglich (auch Feiertage) – 12:00 bis 20:00 Uhr

Eintritt:
Tageskarte 6,50 bis 12 Jahre | 7,50 ab 13 Jahre | Vereinsmitglieder 5,-
Jahreskarte: 200,-

Kontakt:
www.skatehalle-aurich.de
04941-607770
post@playground-ev.de

Anreise mit dem Auto:

Auch wenn wir heutzutage eigentlich alle einem Navi vertrauen (können), haben wir mal ein paar wichtige Fakten für die Anreise mit einem PKW zusammengestellt; schließlich kann auch die Technik mal versagen. Der Anreisende sollte auf jeden Fall wissen, dass er grundsätzlich über die A31 anreist und von dieser die Ausfahrt 7 / Neermoor nehmen muss. Kommt man aus dem Münsterland oder Ruhrgebiet, benutzt man einzig die A31. Reist man hingegen aus der Richtung Bremen/Hamburg an, benutzt man die A28, bzw zuvor die A1. Kommt man von Osten, wird einen das Navi höchstwahrscheinlich schon an der Ausfahrt Filsum in Richtung Aurich schicken, was aber einen längeren Weg über die Landstraße mit sich bringt. Daher macht es auch von dort aus Sinn, bis zur A31 zu fahren und in Neermoor abzufahren. Warum die zweitgrößte Stadt Ostfrieslands nicht auf dem Schild der Autobahn-Abfahrt aufgeführt ist, bleibt rätzelhaft. Hat man die Autobahn verlassen, ist Aurich hingegen gut ausgeschildert, man sollte sich nur nicht wundern, wenn einen das Navi auf halber Strecke kurz hinter Timmel auf eine Nebenstraße leitet. Nach kurzer Zeit landet man dann allerdings wieder auf der B72, die einen direkt durch Aurich führt. Hat man das Gefühl, „in der Stadt“ zu sein, sollte man auf Schilder auf der rechten Seite achten, die den Weg zur Skatehalle weisen. Hat man einen McDonalds auf der linken Seite passiert, ist man schon ein Stück zu weit gefahren. 

Anreise mit der Bahn:

Die Anreise mit der Bahn gestaltet sich als sehr schwierig, da seit 1967 der Personenverkehr nach Aurich eingestellt ist. Auch wenn direkt hinter der Skatehalle sogar ein relativ neuer Bahnsteig vorhanden ist, liegt dieser nur brach und birgt keine Möglichkeit, mit einem Nahverkehrszug direkt neben der Halle auszusteigen. Hat man kein Auto, muss man zunächst nach Leer fahren, welches sowohl aus der Richtung Münster, als auch von Osten her gut mit dem IC und anderen Zügen erreichbar ist. Dann heißt es in den 460iger Bus nach Aurich steigen und 50 Minuten über das Land zu fahren. So dauert es von Münster aus etwa 3 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln, von Bremen etwa 2,5 Stunden und von Hamburg 3,5 Stunden. 

Essen und Trinken:

Wie schon zuvor erwähnt, wurden in der Playground Skatehalle zuletzt nicht nur die Obstacles auf den neusten Stand gebracht. Auch der Gastro-Bereich weiß durch sein cleanes und gemütliches Ambiente zu begeistern. Auf einem Fernseher laufen Skatevideos in Dauerschleife und eine große Zahl verschiedenster Getränke sorgt für Erfrischung. Zudem ist die Fertigpizza aufgrund des echten Pizzaofens legendär und für den kleinen Hunger gibt es die üblichen Leckereien zu moderaten Preisen. 

Personal und Service:

Die Crew - das sind Frauke, Stefan, Hauke, Hendrik und Azubi Flo - um Geschäftsführer Martin Schulz ist eingespielt und weiß ihren Gästen fast schon jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Hier arbeitet jeder mit Passion, und bei einem Blick auf die Öffnungszeiten wird schnell klar, dass der Betrieb auch nur SO gewährleistet ist. Diese „Liebe zur Sache“ merkt man allerdings auch allen an und so fühlt man sich in Aurich stets umsorgt wie Daheim. Bricht einem das Board oder ein Kingpin, kann man im kleinen Shop der Halle Ersatz bekommen, wollen sich Anfänger nur mal ein Board leihen, steht eine breite Auswahl an Titus Komplettboards für 5 Euro pro Tag zu Verfügung; und obendrein bekommt man noch einen Helm gestellt und kann entspannt die ersten Rollversuche unternehmen. 

Fazit:

Zunächsteinmal muss man anerkennend feststellen, dass sich aufoferungsvolle Arbeit auszahlt. Wer hätte 1999 gedacht, dass (fast) 20 Jahre später immernoch Skater die große Halle am Finkenburgweg ihr Eigen nennen würden. Gute Vereinsarbeit sowie eine Stadt, die auf die Bedürfnisse der Jugend eingeht, haben sich ausgezahlt. Mit dem aktuellen Parcours bietet der Park alles, was man sich als passionierter Streetskater nur wünschen kann. Zudem befindet sich noch ein astreiner Bowl und eine perfekte Mini-Ramp im hinteren Teil der Halle, sodass auch Freunde von Transitions voll und ganz auf Ihre Kosten kommen. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Aurich mehr denn je eine Reise wert ist und die Halle zu den besten im Lande gehört.