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Bad Religion - True North

Im Vorfeld dieses nunmehr 16ten Bad Religion Albums gab es eine gute Schippe "back to the roots"-Statements der Band. Schnell und kurz sollten die Songs auf "True North" wieder werden. Dabei war die Band doch noch nie für die große musikalische Innovation bekannt.

Egal, denn das komplette Album erinnert den geneigten Hörer irgendwie an gute, alte Zeiten: 16 Songs, ca. 36 Minuten Spielzeit und ein Booklet mit allen Texten aber auch kein bisschen mehr. Wie gesagt, die Band ist nicht für viel Schnickschnack bekannt.

Den Skeptikern wird jedoch direkt der Wind aus den Segeln genommen: Bad Religion klingen auf "True North" wie Bad Religion zu allerbesten Zeiten!

Die Aussage über die "schnellen und kurzen Songs" wird doppelt (bzw. dreifach) durch die wunderbar vertrauten, temporeichen Riffs der drei Gitarristen um Mastermind Brett Gurewitz unterstrichen. Frontman Greg Graffin, promovierter Dozent an der University of California, bekommt über dieses klassische Punkrock-Gerüst gewohnt sicher die bandtypische Sozialkritik in eingängige Melodien gewickelt. Und ganz ehrlich, aus seinem Mund klingt sogar ein "Fuck You" irgendwie intelligent.

Große Experimente gehen Bad Religion mit dieser Platte trotz ein-zwei Midtempo-Nummern bewusst nicht ein. Warum aber auch. Wenn die Herren mit jedem Release den Spagat zwischen altbekanntem Songwriting und frischer, unermüdlicher Power hinbekommen, ist gegen ein bisschen Retro überhaupt nichts einzuwenden!