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Tom Tieste-Fs Ollie-Oldenburg

Tom Tieste-Fs Ollie-Oldenburg

Skateparks unter die Lupe genommen | Backyard Skatehalle Oldenburg

Gut Ding will Weile haben - wenn dieser Satz auf eine Skatehalle und den Bau selbiger zutrifft, dann in Oldenburg. Schon vor fast 30 Jahren hatten die Oldenburger Locals um Michael Meibers-Hinrichs das Bedüfnis, dem rauen Wetter im Norden Niedersachsens mit einer Halle zu trotzen. Und obwohl man sich schon 1994 mit der Stadt über ein solches Vorhaben unterhielt, passierte wie so oft erstmal nichts. Diverse private Versuche schlugen fehl, doch nachdem Michael 2006 von Aurich, wo er zwischenzeitlich die Leitung der Playground Skatehalle übernommen hatte, zurück in seine Heimat gezogen war, kam neue Energie auf. Da sich zudem in der gleichen Zeit aus einer Elterngruppe heraus der "Backyard e.V." gründete, standen die Zeichen schnell auf "jetzt aber wirklich" - und 10 Jahre später die "Backyard Skatehalle" in Oldenburg.

Fotos: Adam Przybyla

Tom Tieste | Fs Ollie - "Die Rampen sind genau nach meinem Geschmack und drinnen ist die Luft voll gut - das hab ich noch nie in einer Skatehalle erlebt!"

Wer genau gelesen hat wird sich vielleicht fragen, wie denn so Etwas so lange dauern kann. Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich eine sehr einfache: Wir sind in Deutschland und eine Skatehalle kostet verdammt viel Geld! Auf dem Weg zur Realisierung der Halle wurde zunächst eine Arbeitsgruppe ("OL Rollt") ins Leben gerufen, die ein Konzept erarbeitete, Machbarkeitsstudien entwickelte und eine passende Örtlichkeit suchte.

Oldenburg Overview
Hendrik Kaczmarek | Fs Lipslide - "Beste und wärmste Halle Deutschlands; gutes Team DSGN x Ankerrampen"
David Neier | Bs 180 Backward Nosegrind - "Die Halle in Oldenburg ist selbst für einen Hamburger eine Reise wert. Die Obstacles sind der Hammer und es gibt vor allem keine nervigen Scooter Kids!"

Der Durchbruch erfolgte 2014 als die Stadt Oldenburg durchsickern ließ, finanzielle Unterstützung zu leisten. Nun ging die Planung ins Detail und als 2016 die entsprechenden Haushaltsmittel bewillgt worden waren, fiel allen Beteiligten ein Stein vom Herzen. Nach über 25 Jahren Kampf neigte sich ein langer Weg dem Ende, und neben der Finanzierung des Innenausbaus und Empfangsbereich durch den Verein flossen erstmals für die Finanzierung einer Skatehalle in Deutschland Sportfördergelder.

Christiano da Ros | Kickflip to Fakie - "Der Gesamteindruck ist stimmig und man kann in der Halle sicher lange Spaß haben. An Fahrmöglichkeiten ist so ziemlich alles geboten und für jeden Fahrstiel was dabei. Deswegen wirds meiner Meinung nach nicht so schnell langweilig. 8/10 Punkten wenn ich die vergeben dürfte."

Somit Stand einem Baubeginn Anfang 2017 nichts mehr im Wege. Nachdem man sich in vereinsinternen Workshops mit der groben Planung des Parcours befasst hatte, wurde das Planungsbüro DSGN CONCEPTS mit einer Ausarbeitung beauftragt, die sowohl Skatern, als auch BMXern gerecht wird. Da in Oldenburg auch die BMX Szene stark ausgeprägt ist, kam man um diesen Schritt nicht herum. Mit Ankerrampen hat man zudem eine Baucrew ins Boot geholt, die für ihre Präzision beim Bau von Obstacles aller Art bekannt sind. Bauträger war der Skatehalle Oldenburg Backyard e. V., der mittlerweile über 400 Mitglieder zählt.

Mike Brauer | Nollie Heelflip - "Die Halle an sich ist echt gut gelungen, birgt viel Abwechslung ( Street, Vert, was zum Skaten, aber auch für BMX oder sowas gut geeignet ist) und ist auf jeden Fall einen Besuch wert!"

Auch wenn man sich die Halle mit BMXern teilen muß, dürfte das sehr unproblematisch ablaufen. Durch die smarte Unterteilung der Street- und Rampenbereiche wird man sich wohl eher selten in den Weg fahren. Zudem haben Scooter-Kids keinen Zutritt, was die Halle natürlich gehörig aufwertet.

Marius Kolkmeyer | Kickflip -"Für mich persönlich die beste Halle in Norddeutschland! Props @ankerrampen"

Da die feierliche Eröffnung der Halle im Rahmen des ersten COS Cups im Januar 2018 stattfand, bekamen Zuschauer und Fahrer direkt einen sehr guten Eindruck "was da so geht". Da jedoch ein turbulentes Practise-Chaos nicht unbedingt erlaubt, jede Ecke der Halle ausgiebig zu erkunden, machte sich ein paar Wochen später eine Crew bestehend aus Titus Shop Ridern erneut auf den Weg in die Universitätsstadt. David Neier aus Hamburg, Tom Tieste und Christiano da Ros aus Bremen, die Osnabrücker Rider Hendrik Kaczmarek, Marius Kolkmeyer und Cedric Briede sowie Titus Münster Fahrer Mike Brauer hatten an einem Montag im Februar die Möglichkeit, den Parcours in einer privaten Session ausgiebig zu testen.

Cedrik Briede | Fs Bluntslide - "Eine entspannte Anreise und Temperaturen um 20 Grad sind schonmal Gold wert. Zudem ist der Parcours zeitgemäß und hat einen astreinen Flow; Doppeldaumen hoch!"

Das Fazit der Jungs war durchweg positiv. Vor allem die eigentlich eher den BMXern zugesprochene "Transition-Area" hatte es zum Beispiel Tom Tieste besonders angetan. Nach der Session begaben sich die Jungs noch ins Cafe`B, was allerlei Speisen und Getränke und vor allem auch Bier zu moderaten Preisen anbietet. Auch hier ist das Ambiente sehr einladend, und man muss schon fast aufpassen, dort nicht in Kneipenmanier zu versacken.

Tom Tieste | Fs Ollie Wallbash
Das Cafe´B

Wichtige Fakten über den Park:

Eröffnet: 20.01.2018

Größe: 1800qm

Adresse:
Alexanderstraße 488
26127 Oldenburg

Öffnungszeiten:
Dienstag-Freitag: 15:00-22:00 Uhr
Samstag: 13:00-22:00 Uhr
Sonntag: 13:00-20:00 Uhr
Montag: Ruhetag

Eintritt:
Tageskarte (Nichtmitglieder): 6,50 Euro
Tageskarte (Vereinsmitglieder): 0,00 Euro
Vereinsmitgliedschaft: 10,00 Euro/Monat (bis 16 Jahre) | 12,50Euro/Monat (ab 17 Jahre)

Kontakt:
http://www.skatehalle-oldenburg.de/startseite.html
Telefon: 0441 59423012 (Rufumleitung funktioniert nicht immer einwandfrei)

Anreise mit dem Auto:

Wie Cedrik Briede in seinem Kommentar schon festgestellt hatte, ist die Anreise mit dem Auto äußerst entspannt. Kommt man von Süden über die A1 in Richtung Bremen, biegt man am Alhorner Dreieck auf die A29. Am Kreuz Oldenburg Ost kreuzt man nach etwa 10 Minuten Fahrtzeit die A28, auf die man erneut in Richtung Oldenburg auffährt. Nun führt es einen sozusagen "um Oldenburg herum". Die Ausfahrt 10, Oldenburg Bürgerfelde, sollte das Ziel sein und wenn man abgefahren ist, befindet man sich schon auf der Alexanderstraße. Diese fährt man stadtauswärts/in Richtung Westen. Nachdem man einen Lidel passiert hat, biegt man in die 3. Straße rechts ein, ins Alexanderfeld. Die Halle befindet sich dann direkt auf der rechten Seite. Reist man aus dem Norden, also von Bremen kommend an, nimmt man ab dem Autobahndreieck Stuhr ebenfalls die A28 und verfährt weiter wie schon oben beschrieben. Auch von Hannover aus ist die Strecke relativ überschaubar. Einfach die A7 in Richtung Hamburg nehmen, am Dreieck Walsrode auf die A27, bei Bremen auf die A1 in Richtung Dortmund und dann wieder ab dem Dreieck Stuhr auf die A28. In der Tat sehr einfach alles. Von Münster braucht man etwa 2 Stunden Fahrtzeit mit dem Auto, gleiches gilt für Hannover und Hamburg.

Anreise mit Bus und Bahn:

Da Oldenburg auch Universitätsstadt ist, kann man auf ein ausgeprägtes Nahverkehrssystem zurückgreifen und die Halle auch sehr gut mit Bus und Bahn erreichen. Zunächst einmal muss man zu Hauptbahnhof kommen, was wohl kaum einer weiteren Beschreibung bedarf. Dort angekommen, muss man über die Klävemannstraße etwa 3 Minuten zur Bundesagentur für Arbeit laufen und dort in den Bus 330 in Richtung "Wiefelstede" steigen. An der Haltestelle "Kreuzung Schwarzer Weg" aussteigen, etwa 450 Meter zurück laufen, dann links in das "Alexanderfeld" einbiegen und zack, steht man vor der Halle. Wahlweise kann man auch die 329 ab Bahnhof-Süd in Richtung "Großmarktstraße" nehmen. Dann an der Haltestelle "Oldenburg Fliegerhorst" aussteigen und etwa 600 Meter in Fahrtrichtung weiterlaufen, bis es auf der rechten Seite ins "Alexanderfeld" geht. Dort wieder rechts abbiegen und man ist da.

Fazit:

Wie die Fahrer in ihren Beurteilungen einhellig schon sagten: Die Halle ist nahezu perfekt! Der Park in Oldenburg ist ein sehr gutes Beispiel, wie man Skateboard- und BMX-taugliche Obstacles sinnvoll unter einen Hut bringen kann. Eine gute Heizung und ein sauberes Ambiente tun ihr Übriges, um jede Session zu einem Erlebnis zu machen. Skater in Norddeutschland können sich glücklich schätzen, nun zwischen Aurich, Bremen und Oldenburg wählen zu können, je nachdem, was man für Obstacles vorzieht. Eine derartige "Hallendichte" ist sicher einzigartig in Deutschland und es bleibt zu hoffen, dass viele neue Talente dieser neuen Schmiede entspringen. Props an Michael Meibers-Hinrichs, dessen aufoferungsvolle Arbeit sich wahrlich gelohnt hat! Auf nach Oldenburg!

Stuff der Fahrer bei Titus:

 

 

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