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Erstellt von T. Gentsch | News

COS Cup X Titus Locals Only - Leipzig | Deutsche Skateboardmeisterschaft 2022


Der letzte Tourstopp und das Finale der Deutschen Meisterschaft

Eigentlich hätte am dritten Septemberwochenende 2022 mit Leipzig der letzte Tourstopp vor dem eigentlichen Finale der Deutschen Skateboardmeisterschaft stattfinden sollen. Anfang des Jahres stand zwar noch keine Location für selbiges fest, aber die Ambitionen waren groß, ein ganz besonders Finale in völlig neuer Umgebung stattfinden zu lassen. Wie es jedoch eben manchmal so ist, fand sich weder ein Termin, noch eine geeignete Location. Und so griff man auf eine Art von Notfallplan zurück. Der Contest sollte schon Freitag starten, eben mit dem eigentlichen COS Cup Leipzig aka der Ostdeutschen Meisterschaft, bei dem sich nicht qualifizierte Fahrer noch für die eigentliche Deutsche Meisterschaft an den folgenden 2 Tagen qualifizieren konnten. Gleiches galt für die Starter der Titus Locals Only Competition, also der B-Gruppe und wer ein bisschen rechnet wird schnell merken, dass sich eine ganze Menge Skateboarder in Leipzig befinden würden. Zum Glück hat man ja den neuen riesigen Outdoor Park…!

Der dem Heizhaus angegliederte Park barg für die meisten auswärtigen Fahrer mit Sicherheit die größte Spannung, hatte man im letzten Jahr doch schon erkennen können, wie weitläufig sich das Outdoor-Areal gestalten würde. So waren am sonnigen Freitagmorgen dann auch Alle entsprechend gestoked, als sie zum ersten Mal über das 1,7 Mio Euro teure Wunderwerk aus Beton fuhren. Wie schon eingangs erwähnt, fand der Wettbewerb an diesem Tag für alle bisher nicht für das Finale qualifizierten Fahrer statt, aber auch alle anderen war eingeladen teilzunehmen – mussten dann aber auch zweimal Startgeld zahlen, logisch.

Das Wetter versprach an diesem Tag zu halten, was sicher auch einer der Gründe war, weshalb manch einer doppelt startete. Das war aber nur fair, weil Qualifikanten dann ja entsprechend an schon Qualifizierten vorbei nachrückten. Verstanden? Gut! So gab es auch schon am ersten Abend Siegerehrungen für alle Gruppen und sowohl Fahrer, als auch alle weiteren Beteiligten hatten einen entsprechend anstrengenden und langen Tag. Und alle fragten sich, ob denn jetzt die eigentliche deutsche Meisterschaft am folgenden Tag drinnen oder draußen stattfinden würde…

Titus Locals Only Competition

Wie schon erwähnt, fanden sich im Rahmen der Titus Locals Only Competition auch zahlreiche Starter der B-Gruppe ein. Von Hamburg bis Heilbronn, von Mönchengladbach bis Dresden, aus allen Himmelsrichtungen strömten Fahrer/innen nach Sachsen. Julius Schröppe, der am Vortag souverän gewonnen hatte, verletzte sich leider am Rücken und konnte nur Standgas fahren. Weiter auf Vollgas war Sebastian Ecker, der das ganze Wochenende mit soliden Lines für Begeisterung sorgte. Mark Zimpfer, der schon in München für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, schaffte es ebenso sich für das Finale zu qualifizieren, und bei den Frauen hatte Maya Dreger das ganze Wochenende die Nase vorn. Auch sie hatte schon in München beeindruckt, aber dass sie einen Kickflip das große Stufenset perfekt stand, hätten sicher die Wenigsten erwartet. Auch die Starter der B-Gruppe erhofften sich sicher, dass es Sonntag trocken bleiben würde, aber der Wetterbericht verhieß wenig Hoffnung. Immerhin hatte es Samstag gehalten…

Warsteiner Street Challenge

Das galt zumindest für den Tag. Als die Dunkelheit einbrach, begann es in Strömen zu regnen und weise war, wer für die Warsteiner Street Challenge schon Freitag losgezogen war. Das waren allerdings scheinbar nur wenige, betrachtet man die spärlichen Einsendungen. Das lag sicher vor allem an dem überaus vollgestopften Programm, irgendwann ist eben einfach auch mal Schluss. Nicht so für die Titus Tornados Fahrer, die sowohl Freitag, als auch Samstag versuchten, etwas auf die Beine zu stellen. Trotz des eingangs erwähnten Regens gaben sie sich nicht geschlagen und steuerten eine überdachte Low to High Ledge an, die schon im letzten Jahr diverse Clips gerettet hatte. Wo ein Wille, da auch ein Weg, allerdings goß es derart heftig, dass kaum einer mit einem Sonntäglichen Finale unter freiem Himmel rechnen konnte…

Als wir am folgenden Morgen aus der Unterkunft schauten, glaubten wir unseren Augen kaum zu trauen. Mittlerweile hatte nicht nur der Regen gestoppt, nein, es war sogar schon wieder komplett trocken. Diverse Regenradare wurden konsultiert und man entschied sich, solange es geht, erstmal draußen zu starten. Rückblickend war das Wetter allen Ankündigungen zum trotz unfassbar gut geblieben, was sich auch in den Zuschauerzahlen wiederspiegelte – wann gab es den letzten COS Cup mit über 1000 Zuschauern?!

Die waren auch zu den Finals äußerst zahlreich erschienen, obwohl es langsam aber sicher zuzog. Egal, los ging es mit dem Semi-Finale der Pro-Division der Männer, aus dem sich 5 Teilnehmer der Finals ergaben. Größte Überraschung war hier sicher Johan Schneider, der nicht nur zu den jüngsten Startern überhaupt gehörte, sondern zwischendurch auch mit einem 360 Flip die großen Stufen für offene Münder sorgte. Es folgten die Finals der Frauen der B-Gruppe, das von Maya Dreger souverän gewonnen wurde. Bei den Männern konnte Mark Zimpfer das Ganze für sich entscheiden, die Anreise aus Bayern hatte sich also definitiv gelohnt. Herzlichen Glückwunsch an die beiden Gewinner der Titus Locals Only Competition!

Nun standen die Finals der beiden Pro-Divisions sowie der Ü-35 Gruppe an. Ebenso stand jedoch eine bedrohliche Wolkenfront vor der Tür, die alsbald all den Regen fallen ließ, um den man bisher herumgekommen war. Somit wurden die letzten Runs in die Halle verlegt, was organisatorisch erstaunlich gut klappte. Die Fahrer/innen schienen damit auch keine größeren Probleme zu haben, ganz im Gegensatz zu den Zuschauern, die nach wie vor zahlreich ausharrten und das Finale betrachten wollten. Leider kamen echt nicht alle rein, die Halle platzte einfach aus allen Nähten. Die, die es geschafft hatten, sahen dann aber ein würdiges Finale der deutschen Meisterschaft, welches bei den Pros Men erneut von Mika Möller gewonnen wurde. Fiona Wessely fuhr souverän auf Platz 1 bei den Frauen sowie Thomas Meinel bei den Ü35igern. Bei der Siegerehrung gab es dann zum ersten Mal seit vielen Jahren für die Gewinner wieder „COS Ringe“, was besonders Thomas freute. „20 Jahre COS Cup fahren und ENDLICH habe ich auch meinen Ring bekommen“! – Thomas war sichtlich happy! Somit war die COS Cup Serie 2022 Geschichte und es bleibt, allen Beteiligten zu danken. Ganz besonders natürlich auch Sven vom Heizhaus und nochmals Glückwunsch zu einem der besten Parks, die ihr nunmehr vor der Tür stehen habt!