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Erstellt von T. Gentsch | Feature

COS Cup Lingen


Die Deutsche Skateboardmeisterschaft 2026 im Emsland

Fotos: Jan Werner

Der neue Skatepark am Wasserturm in Lingen (Ems) hat sein Debüt als Wettkampfstätte gefeiert: Beim COS Cup 2026 wurde die 29. Deutsche Skateboard-Meisterschaft ausgetragen – und gleichzeitig die erst wenige Monate zuvor eröffnete Anlage gebührend eingeweiht. Zwei Tage lang drehte sich in der sonst eher beschaulichen Emsstadt alles um Skateboarding auf höchstem Niveau. Der Skatepark am Wasserturm wurde erst am 20. März 2026 offiziell eröffnet und war mit seinen rund 900 Quadratmetern bislang noch nie Schauplatz eines Contests. Geplant wurde die barrierefreie Anlage von der Firma DSGN Concepts aus Münster, die dabei von Anfang an eng mit dem Lingener Skateboard e. V. zusammenarbeitete, sodass die Wünsche der lokalen Szene direkt in die Gestaltung einflossen. Damit ist in Lingen einer der derzeit besten Skateparks Niedersachsens entstanden – sehr zentrumsnah, mit Blick auf den namensgebenden Wasserturm und nur etwa zehn Gehminuten vom Bahnhof entfernt gelegen.

Ausgerichtet wurde die 29. Deutsche Skateboard-Meisterschaft vom COS (Club Of Skaters), der die Traditionsveranstaltung bereits seit 1998 organisiert, in enger Kooperation mit dem Lingener Skateboard e. V. als lokalem Gastgeber vor Ort. Der Verein hatte sich schon bei der Entstehung des Parks unermüdlich engagiert und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Meisterschaft überhaupt nach Lingen kam. Nach zwei Jahren, in denen die Titel im Osten Deutschlands vergeben wurden, ging es 2026 wieder in den Westen der Republik.Als Hauptsponsoren standen Green Medical und TITUS hinter dem Event und sorgten mit eigenen Programmpunkten für zusätzliche Höhepunkte am Wettkampfwochenende.

Der COS Cup gilt seit 1998 als die traditionsreiche offene Deutsche Skateboard-Meisterschaft und wurde im Laufe der fast 30 Jahre schon in vielen unterschiedlichen Formaten ausgetragen. 2026 konzentrierte sich der Wettbewerb – wie schon zwei Jahre zuvor erfolgreich erprobt – auf einen einzigen Stop: eine Qualifikation, ein Finale, direkt in Lingen. Wer teilnehmen wollte, musste also nicht mehr durch eine Serie von Regionalmeisterschaften, sondern kam direkt zum Gesamtentscheid an die Ems.

Insgesamt reisten 84 Teilnehmer:innen an, gefahren wurde in fünf Divisions: Male und Female/FLINTA* jeweils bei den Pros (A-Gruppe, gesponsert) und den Amateuren (B-Gruppe, nicht-gesponsert) sowie zusätzlich die Ü35-Klasse der Seniors. Die Anreise war ausgesprochen international: Neben Fahrer:innen aus ganz Deutschland waren auch drei Starter aus Mexiko und Argentinien sowie weitere Teilnehmer aus Kolumbien, Spanien und den Niederlanden mit dabei. Auch die Altersspanne der Starter:innen war beeindruckend – ganze 40 Jahre lagen zwischen der jüngsten Teilnehmerin der B-Gruppe, der erst neunjährigen Alma Schneider, und dem ältesten Senior, dem Lingener Lokalmatador Guido Kappen (49).

Los ging es bereits am Freitag mit einem offenen Training, bei dem sich der Park erstmals mit Publikum füllte. Den eigentlichen Wettkampfauftakt lieferte dann der Samstag mit den Qualifikationen, eingeläutet durch eine prominente Begrüßung: Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hieß den COS Cup 2026 persönlich willkommen und würdigte damit die gelungene Park-Premiere. Bis auf eine kurze Regenschauer-Unterbrechung am späten Samstagnachmittag zeigte sich auch das Wetter von seiner besten spätsommerlichen Seite, sodass Stimmung und Wettkampfniveau durchgehend hoch blieben.

Male-B-Division: Wie bei den Pros reisten auch in der Amateurklasse 24 Fahrer nach Lingen, elf erreichten das Halbfinale, sechs das Finale. Mika Holtkamp von der Insel Norderney setzte sich durch und wurde Deutscher Amateurmeister 2026, knapp vor Hristo "Yosmen" Zerkov aus Mönchengladbach und Theo Köhne aus Bonn. Der Amateurmeister des Vorjahres, Moncef Khamlichi, kam auf Platz vier.

Flinta-B-Division: Auch bei den Amateurinnen waren acht Teilnehmerinnen am Start, sechs davon im Finale. Leticia Hahne aus Osnabrück sicherte sich den Titel und wurde Deutsche Amateurmeisterin 2026, vor Maryam Fatouh aus München und der erst neunjährigen Alma Schneider, der jüngsten Teilnehmerin des gesamten Wochenendes. Die Vorjahresmeisterin Julia Haschenburger landete auf Platz vier.

Die Amateur-Gruppe wurde 2026 nach dreijähriger Pause wieder unter dem Namen TLO (TITUS Locals Only) präsentiert – ein Zeichen für das Engagement von Hauptsponsor TITUS, der die Nachwuchs- und Amateurklasse damit gezielt in den Fokus rückte.

Male-A-Division (Pro): In der stärksten Klasse gingen 24 Pros an den Start, von denen sich zwölf fürs Halbfinale und schließlich sieben fürs Finale qualifizierten. Den Contest selbst entschied der Argentinier Matias Dell Olio für sich, der bereits olympische Erfahrung mitbrachte. Da bei internationalen Startern die deutsche Staatsangehörigkeit für den nationalen Titel entscheidend ist, sicherte sich der Zweitplatzierte Josh Junkes aus Neunkirchen den Deutschen Meistertitel – nach 2024 bereits sein zweiter. Platz drei und damit das Treppchen komplettierte Dominic Wenzel aus Mönchengladbach, der Titelverteidiger von 2025.

Flinta-A-Division (Pro): Acht Teilnehmerinnen traten in der Female-Pro-Division an, sechs von ihnen erreichten das Finale im Olympic-Format. Jasmin Tran aus München setzte sich an die Spitze der Wertung und wurde Deutsche Meisterin 2026. Die Plätze zwei und drei gingen an Florence Ulrich Adcocks aus Berlin und Nelly Feil aus München. Auf Platz vier landete die Titelverteidigerin von 2025 und Jasmins Zwillingsschwester, Jessica Tran.

S-Division (Seniors, Ü35): Gleich 20 "Old Dogs" – teils weit jenseits der Mindestaltersgrenze von 35 Jahren – gingen in dieser exklusiven Division an den Start. Nach dem Halbfinale mit zwölf Fahrern schafften es sechs ins Olympic-Finale. Dort überzeugte Benedikt Schmidt aus Sankt Wendel und wurde Deutscher Meister 2026. Platz zwei sicherte sich Fabian Michel aus Köln, Platz drei ging an den Vorjahresmeister Nick Freeman Wauer aus Dresden.

Neben den Titelkämpfen sorgten zwei Nebenwettbewerbe für zusätzliche Highlights, die von den Hauptsponsoren ausgerichtet wurden. Der GreenMedical Best Trick Contest musste aufgrund der Regenverzögerung vom Samstag auf den Sonntagmittag verlegt werden. Dort sicherte sich Déniel Cramer aus Köln, der im A-Division-Finale knapp auf Platz acht verpasst hatte, mit einem anspruchsvollen Manual Flip out 500 Euro Preisgeld. Beim längst zur Tradition gewordenen RAVENOL Barrel Jump wiederum zeigte sich noch einmal das hohe skateboarderische Niveau des Feldes: Hier gewann der Niederländer Reemy Aniceta, Viertplatzierter der A-Division, mit einem 360 Double Flip über die Fässer ebenfalls 500 Euro.