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Erstellt von T. Gentsch | News

COS Cup X Titus Locals Only - München | Deutsche Skateboardmeisterschaft 2022


Der nächste Tour-Stopp mit RyanAir Flavour!

„Alter was, hier soll ein COS Cup stattfinden?“, waren die ersten Worte, die Tim nach neunstündiger Fahrt bei Ankunft am Freitagabend über die Lippen kamen. Ob es an der vollen Blase, einem leicht getrübten Blick aufgrund der ewigen Reise oder den vielen Transitions lag, vermag ich nicht zu sagen, aber mich beschlich der gleiche erste Eindruck. Dennoch waren alle Reisenden aus dem Münsteraner Van heiß auf Skateboarding und schon nach wenigen Minuten erwies sich der Park als derart tauglich, dass die Jungs kaum noch ansprechbar waren. Meiner einer inspizierte derweil das umliegende Areal und durfte feststellen, dass es in dem offensichtlich aus dem Boden gestampften neuen Vorort der bayrischen Landeshauptstadt nur so von Street-Spots wimmelte; und das in unmittelbarer Nähe zum Park – beste Voraussetzungen für ein skateboardreiches Wochenende also!

Wer sich bei der „Unter-Überschrift“ fragt, warum hier das Wort RyanAir fällt, dem sei ins Gedächtnis zu rufen, wo seinerzeit alle von dieser Airline bedienten Flüge ihren Ausgang nahmen. Flugplätze wie Frankfurt-Hahn oder Düsseldorf-Weeze befinden sich bis zu 100 Kilometer von den erstgenannten Städten entfernt und gefühlt gleiches galt für die Tour-Stopps in Hamburg und München. Wo heute München-Freihamm hochgezogen wird, befanden sich vor einigen Jahren sicher noch sehr viele Felder und die direkte Umgebung des Skateparks gleicht einer riesigen Baustelle. Hervorragend daran war und ist, dass die nagelneuen Wohnungen noch nicht bezogen, dafür aber mit einer Unmenge an Streetspots umgeben sind. Optimale Bedingungen für die Warsteiner Street-Challenge!

Warsteiner Street Challenge

Vor drei Jahren erstmals ausgetragen bietet die Warsteiner Street-Challenge den Contest-Teilnehmern die Möglichkeit mit Streetskaten ebenfalls etwas zu gewinnen – genauer gesagt 5 Kästen Warsteiner und 200 Euro. Das ist schon ein Anreiz, gerade wenn man sich weit entfernt der City befindet und sowieso nichts anderes zu tun hat als eben auf dem Board die Umgebung zu erkunden. In Freiham war dies, wie schon erwähnt, absolut stressfrei möglich und so nahmen die Sessions an den nahen Ledges, Flatrails und Manny-Pads ihren Lauf. Insgesamt lieferten in München 5 (+1) Teams einminütige Insta-Clips ab und es wird von mal zu Mal schwieriger zu entscheiden, wer denn nun gewonnen hat. Witz, Kreativität, Schnitt, unterschiedliche Spots, gutes Skateboarding und die Menge der Tricks entscheiden, wer leichtes Geld und schwere Kästen mit nach Hause schleppen darf. Zudem, und das sei hier nochmal ausdrücklich gesagt, müssten alle Teilnehmer auch beim eigentlichen Contest mitfahren, ihren Clip mit dem richtigen Hashtag versehen und ihn bis 15 Uhr am Sonntagnachmittag hochgeladen haben. Jan Hellwig & Noah Omar Diriye hatten die beiden härtesten Tricks, Penelope Cremer & Maya Dreger witzige Tricks und Schnitte, die Ü35iger Crew wilde Musik und Tim Otto & Deniel Cremer die größte Menge an Tricks. Sie teilten sich den Sieg letztenendes mit den Mädels und jedes Team bekam einen Kasten Bier – ich denke, dass alle am Ende happy waren und wer sich die ganzen Clips nochmal reinziehen mag, kann dies am unteren Ende dieses Artikels tun!

Titus Locals Only Competition

Wie schon auf den bisherigen zwei COS Cups in Mönchengladbach und Hamburg-Allermöhe gab es auch in München die Titus Locals Only Competition, oder auch einfach gesagt eine B-Gruppe. Hier können sich die ungesponsorten Fahrer ihre Sporen verdienen, üppige Sachpreise abgreifen und neue Freundschaften mit Gleichaltrigen knüpfen. Auffallend in diesem Jahr ist auf jeden Fall das Level der ganz Kleinen in dieser Gruppe. Schon Fünf- bis Zehnjährige begeben sich mittlerweile auf den Parcours und bearbeiten Obstacles, die zum Teil dreimal höher als ihre eigene Körpergröße sind. Diesen Jungs gehört der maximale Respekt und man darf stets aufs neue gespannt sein, wann die Jungs ihren ersten Sponsor haben. Mark Zimpfer ist ein gutes Beispiel für diese Kategorie Kids und ich bin mir sicher, dass man diesen Namen nicht zum letzten Mal gehört hat!

Kommen wir zu den Finals der A-Division. Dieses wurde von insgesamt sieben Fahrern bestritten und es stellte sich die Frage, ob Anton Wessely, der in der Vorentscheidung auf dem ersten Platz gelegen hatte, diesen am Sonntag gegen Santino Exenberger verteidigen könne. Nach zwei regulären Runs a 60 Sekunden ging es an drei verschiedene Obstacles im Park, an denen jeder fünf Versuche für „seinen“ besten Trick hatte. Schafft man diesen vor dem Fünften, kann man einen schweren probieren und auf diese Art entscheidende Punkte sammeln. Dieses neue Format kommt bei den Fahrern extrem gut an, da es den Charakter einer gemeinsamen Session hat und man selber durch die vorgelegten Tricks der Anderen extrem gepushed wird. Hier schlug dann auch die Stunde von Santino, der zwar auch einen wahnsinns ersten Run hatte, allerdings mit einem Bail. An Hip, Rail und Curb-Cut Box holte er dann aber alles raus bot Zuschauern und Judges eine wahre „Street-League Show“. Bei den Frauen heimste Penelope Cremer den Slam des Wochenendes ein, zum Glück ohne eine nachhaltig schlimme Verletzung, und Fiona Wessely schaffte, was ihr kleiner Bruder Anton verpasste – den Schritt auf den ersten Platz auf dem Podest. Das machte dieses Wochenende für die Familie Wessely zu einem kleine Fest und es wird in Zukunft sicher einen Contest geben, bei dem die beiden gemeinsam auf dem ersten Platz jubeln.

Zwischen Finale und Siegerehrung fand in gewohnter Manier der Ravenol Barrel-Jump aka der Best Trick Contest über drei Fässer statt. Die waren scheinbar gar nicht so einfach zu überwinden, schafften letzten Endes doch nur drei Fahrer ihre Tricks in der gegebenen Zeit. Tim Otto grindete kreativ durch die enge Lücke, aber letztendlich war es der Nollie Bs Heelflip von Jonathan Stoppel, der ihm bei diesem Event den Sieg einbrachte. Äußerst verdient, hatte Jonathan doch das gesamte Wochenende bestes Skateboarding gezeigt und leider etwas Pech im Finale. Und schon war es auch wieder rum, das Wochenende in München-Freiham. Die Rückfahrt dauerte dann auch nur sieben Stunden und alle Insassen des Vans waren sich einig, dass dies der bisher beste COS Cup 2022 war. Never judge a book by ist cover!

Warsteiner Street Challenge Clips:

Tim Otto & Deniel Cremer

Jan Hellwig & Noah Omar Diriye

Jonathan Stoppel